Skip to main content
/ 18.06.2013
Florian Reckermann

ANZCERTA - Erfolg dank soft law?

Freiburg i. Br.: Arnold-Bergstraesser-Institut 2003 (Freiburger Schriften zur Politikwissenschaft 12); 127 S.; brosch., 12,- €; ISBN 3-928597-37-X
Am Beispiel des 1983 geschlossenen Freihandelsabkommens zwischen Australien und Neuseeland untersucht der Autor die Frage, ob unverbindlichere Formen der Institutionalisierung ähnlich effizient sein können wie dichtere, zentral gesteuerte Kooperationsformen. Reckermann knüpft dabei an Miles Kahlers Überlegungen zu den Bedingungen für die Entstehung, Gestaltung und Entwicklung von Institutionen an, die er im dritten Kapitel vorstellt. Vorher geht er kurz auf die zugrunde liegenden Annahmen der Neoinstitutionalisten ein. Der Hauptteil der Arbeit besteht jedoch in einer Analyse des „Australia New Zealand Closer Economic Relation Trade Agreement". Dieses Abkommen, beziehungsweise seine Weiterentwicklung, das CER („Closer Economic Relations"), enthält nur sehr unverbindliche Kooperationsformen und delegiert kaum Kompetenzen an internationale Institutionen. Reckermann weist nach, dass die Kooperation zwischen Australien und Neuseeland sich auch durch das „soft law" des ANZCERTA beziehungsweise des CER intensivierte. Es hat jedoch keine „spillovers" gegeben und die Institutionalisierung ist nicht vorangeschritten. Den Grund identifiziert der Autor vor allem in einer politischen Entscheidung: dem Wunsch Neuseelands, gegenüber dem größeren Australien ein Maximum an Souveränität zu wahren. Vor dem Hintergrund dieser Interessenlage sieht Reckermann durchaus Vorteile für eine Integration mittels „soft law".
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.222.66 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Florian Reckermann: ANZCERTA - Erfolg dank soft law? Freiburg i. Br.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20210-anzcerta---erfolg-dank-soft-law_23541, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23541 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA