/ 04.06.2013
Emil Habibi / Yoram Kaniuk
Das zweifach verheissene Land. Aus dem Arabischen von Anna Schwarz und aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn
München: List Verlag 1997; 188 S.; geb., 34,- DM; ISBN 3-471-79351-8Der schmale Band enthält kürzere, stark biographisch geprägte Texte von zwei wortgewaltigen Fürsprechern der arabisch-israelischen Verständigung. Zumeist sehr eindringlich schildern der israelische Araber Habibi, früherer Knessetabgeordneter und bekanntgeworden durch sein in mehrere Sprachen übersetztes Werk "Der Peptimist", und der israelische Jude Kaniuk, in Deutschland unter anderem durch seinen Roman "Adam Hundesohn" bekannt, die wechselseitigen Verletzungen beider Völker im Streit um das "zweifach verheissene Land". Mit Blick auf die erschütternden Erfahrungen von Krieg, Vertreibung und Terrorismus plädieren die beiden Schriftsteller teils skeptisch-sisyphushaft (Kaniuk), teils "peptimistisch" (Habibi) für einen "gerechten" Frieden. Eindrucksvoll beschließt Habibi, kurz nach Abschluß des Manuskripts verstorben, seine Ausführungen mit dem Hinweis auf die ungenutzte Gelegenheit der jüdischen Mehrheitsbevölkerung, die palästinensische Minderheit in Israel als Brücke zur arabischen Welt zu nutzen. Als Plädoyer gegen die Auslassung weiterer Gelegenheiten für eine israelisch-arabische Verständigung verstehen sich denn auch die literarisch nur stellenweise überzeugenden Texte.
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 2.63 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Emil Habibi / Yoram Kaniuk: Das zweifach verheissene Land. München: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5112-das-zweifach-verheissene-land_6721, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6721
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
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