/ 21.06.2013
Nina Wichmann
Democratisation Without Societal Participation? The EU as an external actor in the democratisation processes of Serbia and Croatia
Berlin: Lit 2007 (Studien zur Geschichte, Kultur und Gesellschaft Südosteuropas 5); 295 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-8258-9883-0Sozialwiss. Diss. Bremen; Gutachter: D. Senghaas. – Wichmann thematisiert die Rolle der Europäischen Union in den Demokratisierungsprozessen in Serbien und Kroatien. Sie fragt nach, welche Strategien seitens der EU ergriffen werden, um die Etablierung demokratischer Strukturen voranzutreiben. Von zentraler Bedeutung sei hierbei die Aussicht der betreffenden Staaten auf eine Mitgliedschaft in der EU, so die Autorin. Diese Perspektive führe dazu, dass der Demokratisierungsprozess gleichzeitig einen Europäisierungsprozess darstelle, im Zuge dessen die Ziele und die zur Zielerreichung angewandten Instrumente auf die Erfordernisse der Union ausgerichtet würden. Eingegangen wird insbesondere auf die zentralen Akteure, die innerhalb der relevanten Politikfelder an den Vorgängen teilhaben. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit die EU die Partizipation der Zivilgesellschaft an der Entwicklung demokratischer Institutionen und Verfahren fördert. Die EU sei in Serbien und Kroatien mit einer durchaus aktiven und politischen Institutionen gegenüber kritisch eingestellten Zivilgesellschaft konfrontiert worden, in der diverse Interessen um Einfluss konkurrierten. Die Verfasserin setzt sich einleitend mit den wesentlichen theoretischen Konzeptionen zur Transformation auseinander. Dabei wird vor allem auf die Bedeutung externer Akteure eingegangen, wie sie in Form der Regionalmacht EU existierten. Im Folgenden werden unterschiedliche Strategien und Phasen der europäischen Intervention aufgezeigt und auf zwei Fallstudien übertragen. Hinsichtlich der Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure werden die Bedeutung der Medien im Rahmen des Transformationsprozesses sowie die Förderung von Erziehung und Jugendarbeit hervorgehoben betrachtet. Die Arbeit stellt eine umfangreiche und detaillierte qualitative Analyse innerhalb der Demokratisierungsforschung dar, die einen tief gehenden Einblick in die EU-Intervention in den Transformationsprozessen in Osteuropa liefert.
Maren A. Kreutler (geb. Becker) (MAB)
M. A., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 3.6 | 4.41 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Maren A. Kreutler (geb. Becker), Rezension zu: Nina Wichmann: Democratisation Without Societal Participation? Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28351-democratisation-without-societal-participation_33382, veröffentlicht am 02.04.2008.
Buch-Nr.: 33382
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M. A., Politikwissenschaftlerin.
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