Skip to main content
/ 04.06.2013
Susanne Zwingel

"Demokratie im Land und im Haus" Die Rolle von Frauenorganisationen im Demokratisierungsprozeß Chiles

Hamburg: Lit 1997 (Demokratie und Entwicklung 26); 137 S.; 34,80 DM; ISBN 3-8258-3302-X
Politikwiss. Diplomarbeit Hamburg; Gutachter: R. Tetzlaff, D. Nolte. - "Demokratie im Land und im Haus" und "die Demokratie wird ohne die Frauen nicht funktionieren" lauteten die selbstbewußten Slogans der chilenischen Frauenorganisationen während der vorsichtigen Öffnung in den 80er Jahren. "Besonders während der Transition schienen sie die Hoffnungsträgerinnen für ein neues demokratisches Chile zu sein, ihre Organisations- und Aktionsformen waren gleichzeitig Delegitimierung für die Diktatur und praktizierte Basisdemokratie." (123) Während der Konsolidierung der jungen Demokratie nahm ihre Öffentlichkeitswirksamkeit jedoch stark ab. Zwingel fragt, ob die neu etablierten, von Männern dominierten Institutionen die Frauenorganisationen in die Wirkungslosigkeit abdrängen, oder ob sich Frauen heute anderer Methoden bedienen, um politischen Einfluß zu nehmen. Ihre Analyse der Frauenaktivitäten im chilenischen Demokratisierungsprozeß verbindet die Autorin mit der generellen Frage nach idealtypischen Demokratieformen für Frauen. Die Ergebnisse der theoretischen Betrachtungen koppelt sie an den landesspezifischen Teil der Arbeit, indem sie Handlungsoptionen aufzeigt, wie die verschiedenen chilenischen Frauenorganisationen vor dem Hintergrund der konservativen Gesellschaftsstrukturen eine "Demokratisierung des Geschlechterverhältnisses" (9) vorantreiben können.
Christoph Emminghaus (cem)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.652.272.2 Empfohlene Zitierweise: Christoph Emminghaus, Rezension zu: Susanne Zwingel: "Demokratie im Land und im Haus" Hamburg: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3810-demokratie-im-land-und-im-haus_5400, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 5400 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA