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/ 18.06.2013
Rüdiger Göbel / Joachim Guilliard / Michael Schiffmann (Hrsg.)

Der Irak - Krieg, Besetzung, Widerstand

Köln: PapyRossa Verlag 2004; 277 S.; 15,80 €; ISBN 3-89438-270-8
Der Band dokumentiert Aufsätze von Kritikern des Irak-Kriegs. Die Mehrzahl der Beiträge wurde bereits an anderer Stelle veröffentlicht. Die Autoren zerpflücken geradezu die amerikanischen Argumente für einen Kriegseintritt und werfen den amerikanischen Streitkräften darüber hinaus vor, im Irak ein brutales Besatzungsregime aufgebaut zu haben. Der Band beginnt dementsprechend mit einem Abschnitt über die Kriegsvorbereitung und Kriegsgründe, woran sich Aufsätze von Norman Paech, Werner Ruf und Hans C. Graf Sponeck über völkerrechtliche Aspekte und die Rolle der UNO anschließen. Darauf folgen Beiträge über die Folgen des Krieges für den Irak und die Auswirkungen der Besatzung. Die harte, in vielerlei Hinsicht nachvollziehbare Kritik, die die meisten Autoren auf durchaus fundierte Art und Weise üben, wird im letzten Beitrag jedoch leider durch einen sehr bedenklichen Aufruf Göbels zur Unterstützung des Widerstands im Irak gegen die US-Streitkräfte konterkariert. Aus dem Inhalt: I. Zur Einführung Howard Zinn: Ein besetztes Land (12-17) Joachim Guilliard: Die neue Phase des Krieges (18-38) II. Kriegslügen und Kriegsgründe Ignacio Ramonet: Nützliche Lügen (40-49) Noam Chomsky: Der Irak ist ein Probelauf. Ein Gespräch mit V. K. Ramachandran (50-55) Jan van Aken: Biowaffen in Bagdad oder Baltimore? (56-62) Jürgen Wagner: (Neo)Liberaler Imperialismus als US-Kriegslegitimation (63-73) III. Kriegsschäden an UNO und Völkerrecht Norman Paech: Das Scheitern der UNO im Irak-Konflikt und Möglichkeiten ihrer Stärkung (76-92) Werner Ruf: Zurück zu Faustrecht und Anarchie. Der Irak als Experimentierfeld zum Abbau des Völkerrechts (93-106) Hans C. Graf Sponeck: Alternativen hat es gegeben! Die Irak-Politik der Vereinten Nationen 1990 bis 2003 (107-122) IV. Eine Zivilisation in Trümmern Robert Fisk: Wir zählen keine Leichen (124-133) Eva-Maria Hobiger: Menschen ohne Hoffnung (134-146) Walter Sommerfeld: Die Räuber von Bagdad (147-155) Stefan Schurig: Krieg gegen die Natur. Greenpeace-Untersuchung in der geplünderten irakischen Atomanlage Al-Thuwaita (156-162) V. Die Welt danach Oliver Fahrni: Bushs antizivilisatorisches Projekt (164-171) Henner Kirchner: Instabilität als Prinzip? Die Folgen des Irak-Krieges im regionalen Kontext (172-188) Knut Mellenthin: Sieger in Verlegenheit. Perspektiven der „Neokonservativen" nach dem Irak-Krieg (189-197) VI. Besetzung und Widerstand Nadje Al-Ali: Irakerinnen sind keine Opferlämmer (200-208) Rania Masri: Wiederaufbau oder Demontage des Irak? (209-222) Sabah Alnasseri: Die Kantonisierung des Irak (223-229) Sami Ramadani: Patrioten und Invasoren. Der irakische Widerstand gegen die fremde Besatzung genießt breite Unterstützung in der Bevölkerung (230-234) Samir K. K. Al-Nima: Schneller US-Sieg nach 13 Jahren UN-Sanktionen. Ein Gespräch mit Rüdiger Göbel (235-242) Willi Langthaler: Der irakische Widerstand und die schiitische Frage. Ist ein stabiles US-Marionettenregime möglich? (243-254) Michael Schiffmann: Krieg, Besetzung und Menschenrechte im Irak (255-262) VII. Ausblick Rüdiger Göbel: Nicht dem nächsten Krieg den Weg bereiten (264-270)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.414.222.642.63 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Rüdiger Göbel / Joachim Guilliard / Michael Schiffmann (Hrsg.): Der Irak - Krieg, Besetzung, Widerstand Köln: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19937-der-irak---krieg-besetzung-widerstand_23213, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23213 Rezension drucken
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