/ 20.06.2013
Fredy Gsteiger
Der Musterstaat. Wie in der Schweiz Politik gemacht wird
München: Nagel & Kimche 2005; 191 S.; brosch., 17,90 €; ISBN 3-312-00365-2Der Journalist und zeitweilige Chefredakteur der Zürcher „Weltwoche“ Gsteiger untersucht in seinem Essay über das politische System der Schweiz nicht nur die Rolle der offiziellen Institutionen Parlament, Bundesrat (Regierung), Bundesgericht, sondern auch die Bedeutung der „sonstigen Akteure“ in der Eidgenossenschaft wie Verwaltung, Parteien, Zusammenschlüsse der Wirtschaft, Verbände sowie die Rolle der Medien. Anschaulich beschreibt er den Zusammenhang zwischen schwachen Parteien und referendumsmächtigen, da organisations- und finanzstarken Verbänden in der halbdirekten Demokratie der Schweiz. Wenn Deutschland der viel geschmähte Parteienstaat ist, dann ist die Eidgenossenschaft, wie schon Hans Tschäni 1983 in seinem Bestseller „Wer regiert die Schweiz?“ schrieb, zweifellos eine Verbändedemokratie. Gsteiger beschränkt sich in seiner Darstellung auf die Bundesebene, die kantonalen Besonderheiten sind ausgespart. Die Kapitel sind anschaulich und flüssig geschrieben, zeugen von profunder zeitgeschichtlicher Kenntnis, und sind trotz – oder gerade wegen – der vielen reizvollen Zitate eine spannend zu lesende Fundgrube.
Burkard Steppacher (BKS)
Prof. Dr., Konrad-Adenauer-Stiftung; Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln (http://www.jeanmonnetchair.uni-koeln.de/index.php?id=252).
Rubrizierung: 2.5
Empfohlene Zitierweise: Burkard Steppacher, Rezension zu: Fredy Gsteiger: Der Musterstaat. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24791-der-musterstaat_28661, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28661
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Prof. Dr., Konrad-Adenauer-Stiftung; Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln (http://www.jeanmonnetchair.uni-koeln.de/index.php?id=252).
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