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/ 05.06.2013
Victor Trimondi / Victoria Trimondi

Der Schatten des Dalai Lama. Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus

Düsseldorf: Patmos Verlag 1999; 816 S.; geb., 58,- DM; ISBN 3-491-72407-4
Nach wie vor gilt der Dalai Lama weltweit als Inkarnation des friedlichen Kampfes eines brutal unterdrückten Volkes um seine kulturellen und religiösen Grundlagen. In ihrem sehr umfangreichen und detailreichen Buch vertreten die Autoren eine klare Gegenmeinung, die viele überraschen dürfte. In ihren Augen ist der Dalai Lama das Oberhaupt einer Religion, die hinter der Maske der Friedfertigkeit die Errichtung einer Weltherrschaft des Buddhismus anstrebt. Die Autorin und der Autor beschreiben in großer Ausführlichkeit, auf welchen kultischen und religiösen Hintergründen der tibetanische Buddhismus und Lamaismus beruht, welche sexuellen und kriegerischen Obsessionen dahinterstecken und wie sich das in der tibetanischen Geschichte ausgewirkt hat. Sie suchen nachzuweisen, daß der tibetanische Buddhismus einen im Kern atavistischen, fundamentalistischen, sexistischen und kriegerischen Kulturentwurf darstellt, der den Werten westlicher Demokratien diametral entgegengesetzt ist. Das Buch ist durch seinen Faktenreichtum nicht leicht zu lesen. In manchen Passagen könnte man es geradezu eine unappetitliche Lektüre nennen. Es bietet jedoch eine bislang unbekannte Sicht auf eine oft idealisierte Religion, ihr Oberhaupt und den Zusammenhang von Religion und Politik.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.682.23 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Victor Trimondi / Victoria Trimondi: Der Schatten des Dalai Lama. Düsseldorf: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8156-der-schatten-des-dalai-lama_10770, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10770 Rezension drucken
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