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/ 18.06.2013
Björn Alpermann

Der Staat im Dorf: Dörfliche Selbstverwaltung in China

Hamburg: Institut für Asienkunde 2001 (Mitteilungen des Instituts für Asienkunde 341); 193 S.; 18,- €; ISBN 3-88910-258-1
Die dörfliche Selbstverwaltung gilt als wichtiger Bestandteil der chinesischen Reformpolitik. Aber haben die Dorfbewohner echte Möglichkeiten, personelle und sachliche Entscheidungen zu treffen? Oder dienen solche Projekte doch nur als politisches Alibi? Der Autor bemüht sich, diese Fragen nicht allein von einem westlichen Standpunkt aus zu beurteilen, sondern auch das chinesische Verständnis der Selbstverwaltung zu berücksichtigen. Die Grundlage bilden Dokumentenanalysen und eigene empirische Untersuchungen in elf nordchinesischen Dörfern, für deren Ergebnisse kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhoben wird. Ein Fazit lautet, "dass Elemente einer Selbstverwaltung vorhanden sind, diese aber durch alte und zum Teil neue Machtstrukturen" (155) überlagert werden. Der Einfluss der KPCh bestehe weiter, was sich auch bei der Besetzung der Dorfkaderstellen zeige. Die Dorfverwaltung sei zwar transparenter geworden. Es sei aber nicht zu erwarten, dass die zentrale Führung ihre Position ändere und eine tatsächliche Mitbestimmung der Bevölkerung zulasse.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.682.21 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Björn Alpermann: Der Staat im Dorf: Dörfliche Selbstverwaltung in China Hamburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17014-der-staat-im-dorf-doerfliche-selbstverwaltung-in-china_19546, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19546 Rezension drucken
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