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/ 18.06.2013
Katja Dominik

Dezentralisierung und Staatszerfall der SFR Jugoslawien

München: LDV 2001 (Wirtschaft und Gesellschaft in Südosteuropa 17); X, 387 S.; 29,65 €; ISBN 3-930841-17-7
Rechtswiss. Diss. Göttingen; Gutachter: W. Heun, G. Nolte. - Der föderalistische Aufbau der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) wurde nicht nur von Jugoslawien selbst als sozialistischer Sonderweg betrachtet. Das Modell war jedoch nicht mehr tragfähig und das Land ist in verschiedene autonome Nachfolgestaaten zerfallen. Die Arbeit untersucht aus vorwiegend staats- und verfassungsrechtlicher Perspektive, inwieweit die Umsetzung dieses dezentralen Systems aufgrund der für viele sozialistische Staaten typischen Dominanz der Partei und der damit verbundenen häufigen Verfassungsänderungen gescheitert ist. Die Autorin arbeitet insbesondere die Rolle der nationalistischen Eliten beim Zerfall des jugoslawischen Staates heraus. Hierbei wird deutlich, dass diese gezielt an den Schwachstellen des Systems ansetzten und zudem nationalistische Bestrebungen auch direkt instrumentalisierten, um das Ziel autonomer Teilstaaten zu erreichen. Dazu kamen Reformunfähigkeit und häufige Verfassungs- sowie Rechtsbrüche. Inhaltsübersicht: B. Staatsorganisation und Dezentralisierung; C. Dezentralisation und Legitimationskrise innerhalb des politisch-gesellschaftlichen Systems; D. (Verfassungs-)Konflikte im föderativen Gefüge in den achtziger Jahren; E. Krieg, Funktionsausfall der Bundesorgane und Zerfall der SFRJ; F. Nationalismus.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.622.22.23 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Katja Dominik: Dezentralisierung und Staatszerfall der SFR Jugoslawien München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18279-dezentralisierung-und-staatszerfall-der-sfr-jugoslawien_21154, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21154 Rezension drucken
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