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/ 21.06.2013
Ivo Muri

Kleptokratisches Manifest. Raubzug auf die Demokratien Europas im Übergang zum 21. Jahrhundert – dargestellt am Beispiel der Schweiz. Hrsg. durch Zeit & Mensch

Zürich: Oesch 2006; 159 S.; 2., erw. Aufl.; brosch., 10,- €; ISBN 978-3-905788-00-6
Das im eigenen Verlag veröffentlichte Manifest ist eine polemische Streitschrift eines selbständigen Luzerner Unternehmers und Beraters, in welcher er die Gegenwart mit den politisch-ökonomischen Verhältnissen zu Zeiten von Marx und Engels vergleicht. Aus Sicht des Autors handeln heute statt „Bourgeois“ oder „Feudalist“ die „Finanzaristokratie“ und ihre „Großkonzerne“, die Rolle der „Kommunisten“ üben für Muri heute die „Kleinunternehmer mit ihren Arbeitnehmern“ (22 f., 89 f.) aus. Er sucht den goldenen Weg zwischen staatlich regulierendem Kommunismus und privat regelndem Neoliberalismus/Feudalismus. Der Autor, der auf kantonaler Ebene mit diesem Programm bereits erfolglos für Regierungsratswahlen kandidierte, postuliert am Ende seines chaotisch-missionarischen Pamphlets ein direkt-demokratisches Manifest, um dadurch „Weltfrieden und Freiheit und Wohlstand für alle“ (147) zu erreichen. Der politikwissenschaftliche Wert der Publikation ist gering, es sei denn man betrachtet das Buch als abschreckendes Beispiel.
Burkard Steppacher (BKS)
Prof. Dr., Konrad-Adenauer-Stiftung; Forschungsinstitut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen, Universität zu Köln (http://www.jeanmonnetchair.uni-koeln.de/index.php?id=252).
Rubrizierung: 2.22.222.5 Empfohlene Zitierweise: Burkard Steppacher, Rezension zu: Ivo Muri: Kleptokratisches Manifest. Zürich: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27355-kleptokratisches-manifest_32029, veröffentlicht am 03.12.2007. Buch-Nr.: 32029 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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