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/ 21.06.2013
Christian Ulrich

Lobbyingaktivitäten der Industrie. Eine Analyse der Basler Konvention

Berlin: Logos Verlag 2006; IX, 197 S.; 40,50 €; ISBN 978-3-8325-1212-5
Wirtschaftswiss. Diss. Zürich; Gutachter: T. Bernauer, D. Ruloff. – Ulrich untersucht in dieser empirischen Studie das Lobbyingverhalten der Chemie-, Nichteisen- und Recyclingindustrie im Rahmen der Basler Konvention (1989), die mittlerweile 164 Vertragsstaaten umfasst. Sie regelt den Umgang mit gefährlichen Abfällen auf internationaler Ebene. Die Verbände der jeweiligen Industrien brachten sich in unterschiedlichem Maße und mit unterschiedlichem Lobbyingverhalten in den Prozess ein. Der Autor erläutert die Gründe für dieses divergierende Verhalten anhand von sechs Branchenverbänden. Die theoretische Grundlage für die Untersuchung ist der pluralistische Ansatz von Olson, der im Laufe der Arbeit ergänzt wird. Das Ergebnis der Studie verweist auf die Bedeutung der technischen Komplexität und der öffentlichen Wahrnehmung eines Verhandlungsaspektes. Es wird gezeigt, dass sich diese beiden Faktoren wesentlich auf die erwartete Effektivität des Lobbyings sowie die zu erwartenden Kosten auswirken und somit letztlich das Ausmaß der politischen Einflussnahme bestimmen. Ulrich ergänzt die bislang spärliche Literatur zu der Thematik um eine wissenschaftlich fundierte und gut lesbare Studie. Durch einen interdisziplinären Ansatz, zwischen Politik- und Wirtschaftswissenschaften, ist die Arbeit für eine breite wissenschaftliche Zielgruppe empfehlenswert.
Marko Jakob (MJ)
Dr., MBA.
Rubrizierung: 4.432.225.452.3312.3333.4 Empfohlene Zitierweise: Marko Jakob, Rezension zu: Christian Ulrich: Lobbyingaktivitäten der Industrie. Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28617-lobbyingaktivitaeten-der-industrie_33729, veröffentlicht am 03.04.2008. Buch-Nr.: 33729 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA