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/ 18.06.2013
André Kaiser

Mehrheitsdemokratie und Institutionenreform. Verfassungspolitischer Wandel in Australien, Großbritannien, Kanada und Neuseeland im Vergleich

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2002 (Mannheimer Beiträge zur politischen Soziologie und positiven politischen Theorie 4); 559 S.; kart., 59,90 €; ISBN 3-593-37118-9
Politikwiss. Habilitationsschrift Mannheim; Gutachter: P. Graf Kielmansegg, F. U. Pappi. - Kaiser untersucht aus der Perspektive des akteurszentrierten Institutionalismus vergleichend den Wandel der politischen Institutionen - "Regeln, Regelsysteme der Interaktion politischer Akteure" (16) - in vier Ländern. Der Autor hat sich für die Auswahl möglichst ähnlicher Fälle entschieden, die dem Westminster-System zugeordnet werden können bzw. - wie Kaiser eingangs darlegt - im Unterschied zu Verhandlungsdemokratien als Mehrheitsdemokratien bezeichnet werden sollten. Ausgehend von der These, dass "Institutionenreformen mit Akteursintentionen und -strategien in politischen Interaktionen erklärt werden müssen" (20), analysiert Kaiser institutionelle Reformen als Policy, ohne die Besonderheiten dieses Politikfeldes aus den Augen zu verlieren. Kaiser zeigt in seinen Fallstudien, dass politische Institutionen auch in entwickelten Demokratien keineswegs so stabil sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen, sondern stets Gegenstand von Reformbestrebungen. Dabei kann in Fallstudien über den Versuch der Abschaffung der Monarchie in Australien, die Reform des britischen House of Lords sowie des neuseeländischen Wahlsystems insofern eine gewisse Beharrungskraft gezeigt werden, als der "mehrheitsdemokratische Grundcharakter" (428) der vier Systeme bestehen blieb. Inhaltsübersicht: I. Konzeptionelle Bausteine: 2. Vom klassischen zum neuen Institutionalismus; 3. Das Konzept der Mehrheitsdemokratie; 4. Modi der Institutionenreform. II. Empirische Anwendung: 5. Die institutionellen Regimes im Vergleich; 6. Der Kontext von Institutionenreformdebatten; 7. Die Auslöser von Institutionenreformdebatten; 8. Akteure in Institutionenreformdebatten; 9. Verfahren der Institutionenreform; 10. Leitinstitutionen, Domino- und Sperrklinkeneffekte: Das Beispiel Wahlsystemreform; 11. Fallstudien: Institutionenreform zwischen Konservativismus, Pfadabhängigkeit und Pfadwechsel.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.212.662.612.64 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: André Kaiser: Mehrheitsdemokratie und Institutionenreform. Frankfurt a. M./New York: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17407-mehrheitsdemokratie-und-institutionenreform_20041, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20041 Rezension drucken
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