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/ 18.06.2013
Julius H. Schoeps

Mein Weg als deutscher Jude. Autobiographische Notizen

Zürich: Pendo Verlag 2003; 320 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-85842-544-3
Der Autor möchte seine Erinnerungen als „eine Mischung aus autobiographischer Reflexion und zeitgeschichtlicher Betrachtung" (12) verstanden wissen. 1942 im schwedischen Exil geboren, schreibt er über Kindheit, Schule und Jugend, über Studium und Wissenschaft, den Zionismus, in allem aber über das Leben als Jude im Nachkriegsdeutschland und über die deutsch-jüdische Beziehungsgeschichte nach dem Krieg. In der Darstellung des spannungsreichen Verhältnisses zwischen Juden und Deutschen zeigt sich eine schwierige, permanent infrage gestellte Identität. Schoeps selbst sieht sich als „ein[en] Bürger der Bundesrepublik Deutschland, der eine jüdische Identität besitzt, aber, stark vom protestantischen Milieu geprägt, deutsch fühlt und denkt" (315). Schon der Titel kündigt an, dass der Autor dieses Spannungsverhältnis aushalten will. „Es hätte genügend Anlässe gegeben, das Land zu verlassen." (314) Das Buch enthält die Geschichte, warum Schoeps dies letztlich doch nicht gemacht hat und wie aus einer spannungsgeladenen Identität ein produktives Werk entsprang.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.32.352.4 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Julius H. Schoeps: Mein Weg als deutscher Jude. Zürich: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18831-mein-weg-als-deutscher-jude_21848, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21848 Rezension drucken
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