/ 18.06.2013
Anne Nivat
Mitten durch den Krieg. Ein Winter in Tschetschenien
Zürich: Rotpunktverlag 2001; 264 S.; brosch., 19,- €; ISBN 3-85869-225-5"Was ich erlebte, war die Hölle. Angst, die jedes andere Gefühl auslöscht und mir den Mund austrocknete" (10). Nivat berichtet über den zweiten tschetschenisch-russischen Krieg, der im September 1999 ausbrach. Die Autorin, die sich als einzige westliche Journalistin während des Krieges in Tschetschenien aufhielt, hat einen narrativen Erlebnisbericht verfasst. Sie verzichtet dabei auf jegliche Wertung und Analyse des Kriegsgeschehens. Dieser "reine Augenzeugenbericht" ist umso bemerkenswerter, weil er ohne Partei zu ergreifen einen Eindruck von den Gefühlen und Gedanken aller Betroffenen vermittelt. Dies gilt sowohl für die tschetschenischen Zivilisten in Tschetschenien, in den Flüchtlingslagern der Nachbarrepublik Inguschetien und die Unabhängigkeitskämpfer, wie auch für die russischen Soldaten und Offiziere. Deutlich wird, dass es sich bei der offiziellen, russischen Version einer Antiterror-Kampagne um ein Synonym für einen offenen Krieg handelt.
Sven Wagener (SWA)
Dipl.-Politologe, M. E. S.
Rubrizierung: 2.62 | 4.41 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Sven Wagener, Rezension zu: Anne Nivat: Mitten durch den Krieg. Zürich: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18267-mitten-durch-den-krieg_21139, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21139
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Dipl.-Politologe, M. E. S.
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