/ 20.06.2013
Manuel Puppis
Organisationen der Medienselbstregulierung. Europäische Presseräte im Vergleich
Köln: Herbert von Halem Verlag 2009; 379 S.; 29,50 €; ISBN 978-3-86962-001-5Diss. Zürich; Gutachter: O. Jarren, G. Siegert. – Eine Form der neuerdings mit Media-Governance bezeichneten Regulierung im Mediensektor stellt die Selbstregulierung dar. In der bisherigen Forschung stehe die Frage nach Erfolg und Effektivität nichtstaatlicher Regulierungsformen im Mittelpunkt und es werde oft übersehen, dass es sich bei den Akteuren der Regulierung um komplexe Organisationen handele, konstatiert der Autor. „Nur wenn nachvollzogen werden kann, wie die für die Regulierung zuständigen Organisationen funktionieren und warum sie so funktionieren, lassen sich auch Fragen nach dem Erfolg von Regulierung adäquat beantworten.“ (350) Vor diesem Hintergrund widmet er sich den Selbstregulierungsorganisationen aus neoinstitutioneller Perspektive und entwickelt einen organisationalen Ansatz der Medienregulierung. Danach agieren und entwickeln sich Organisationen im Wechselspiel mit ihrer institutionellen Umwelt. Das Erklärungspotenzial eines solchen Ansatzes demonstriert Puppis am Beispiel sämtlicher Presse- und Medienräte in den EU- und EFTA-Mitgliedstaaten und unternimmt eine vergleichende Analyse der formalen Strukturen und Prozesse. Zusätzlich zu einem einfachen Vergleich, der sich auf Angaben zu Trägerschaft, Zuständigkeiten, Ressourcen und zum Umgang mit Beschwerden bezieht, werden vier der 26 Fälle vertiefend untersucht. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit sich bestimmte Strukturen und Prozesse als Reaktion auf die institutionelle Umwelt ereignet haben. Die Resultate belegen, dass die Presse- und Medienräte ihren Umwelten nicht passiv ausgeliefert sind, sondern es durchaus verstehen, „strategisch mit Umweltanforderungen umzugehen und ihre Legitimität zu managen. Zu Anpassungen an Anforderungen aus den institutionellen Umwelten kommt es, wenn sich die Selbstregulierungsorganisationen diesen nicht entziehen können und wenn ihnen diese Anpassung Legitimität zu verschaffen verspricht.“ (349)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22 | 2.333 | 2.61 | 2.5 | 2.21 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Manuel Puppis: Organisationen der Medienselbstregulierung. Köln: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21908-organisationen-der-medienselbstregulierung_37614, veröffentlicht am 10.02.2010.
Buch-Nr.: 37614
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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