/ 21.06.2013
Margrit Müller / Timo Myllyntaus (Hrsg.)
Pathbreakers. Small European Countries Responding to Globalisation and Deglobalisation
Bern u. a.: Peter Lang 2008; 546 S.; pb., 64,80 €; ISBN 978-3-03911-214-2Der Band ist aus dem XIII. Kongress der International Economic History Association (IEHA) im Sommer 2002 in Buenos Aires hervorgegangen. Die verantwortlich zeichnenden Wirtschaftshistoriker untersuchen im Gegensatz zur Mehrzahl der Autoren anderer vergleichender Studien, die sich auf größere Staaten konzentrieren, die Strategien kleinerer europäischer Staaten im Umgang mit dem Phänomen der Globalisierung. Die historische Perspektive umfasst das 20. Jahrhundert und reicht von den späten 1880er-Jahren bis in die Mitte der 1990er-Jahre. Kleinere Staaten seien in der Situation, unter der Bedingung ökonomischer Abhängigkeit ihre politische Autonomie behaupten zu müssen, schreibt die Herausgeberin. Insofern sei die durch größere Staaten mit der Globalisierung zunehmend wahrgenommene Divergenz von Staatsgebiet und Absatzmarkt für kleinere Staaten kein neues Phänomen. Lange seien größere Staaten in der komfortablen Situation gewesen, den Grad ihrer internationalen ökonomischen Integration selbst zu bestimmen und so ermögliche nun die historische Analyse der Politik kleinerer Staaten ein besseres Verständnis der gegenwärtigen Entwicklung. Hierzu werden sowohl die unternehmerischen Strategien einzelner Konzerne und ganzer Industrien in den Blick genommen, als auch die verschiedenen Politikansätze der Regierungen. Im Ergebnis hält es die Herausgeberin nicht für plausibel, die Globalisierung mit einer Verringerung der wirtschaftlichen Aktionsfreiheit durch Marktabhängigkeit gleichzusetzen. Sie sieht vielmehr die nationale Politik sowie das unternehmerische Handeln im Land selbst als wichtigste Faktoren für Erfolg und Misserfolg an. Zudem würde sich eine Rückkehr zu protektionistischer Politik durch den Einfluss internationaler Organisationen und Regeln als zunehmend schwierig erweisen, da Handlungsoptionen geringer und ökonomische Nachteile wahrscheinlicher werden. Dies eröffne kleineren Staaten Chancen.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 2.262 | 4.22 | 4.43 | 2.5 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Margrit Müller / Timo Myllyntaus (Hrsg.): Pathbreakers. Bern u. a.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29067-pathbreakers_34326, veröffentlicht am 19.06.2008.
Buch-Nr.: 34326
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Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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