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/ 19.06.2013
Peter Jüngst

"Raubtierkapitalismus"? Globalisierung, psychosoziale Destabilisierung und territoriale Konflikte

Gießen: Psychosozial-Verlag 2004 (Reihe Psyche und Gesellschaft); 262 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-89806-345-3
Die Globalisierung und die damit verbundenen Schwierigkeiten - insbesondere die zunehmenden territorialen und kulturellen Konflikte - sind, so die zentrale Grundannahme des Autors, wesentlich durch psychosoziale Prozesse bedingt. Bestimmend sei hierbei eine paranoid-schizoide Dynamik. Diese ließen sich auch auf Großgruppenprozesse und damit auf die aktuelle Weltsituation anwenden. Ausgangspunkt dieser Prozesse sei die US-amerikanische Gesellschaft; sie basiere u. a. traditionell auf einer Kultur der Bindungsvermeidung, die mit einem aggressiven Kapitalismus („Raubtierkapitalismus“) kompatibel und zudem für die Ausbildung der paranoid-schizoiden Dynamik förderlich sei. Die entsprechenden psychosozialen Strukturen hätten sich inzwischen weltweit ausgebreitet und führten zu einer Destabilisierung der bestehenden psychosozialen Kompromissformen (wie beispielsweise sozialstaatlichen Regelungen) und damit zu den genannten Folgen der Globalisierungsprozesse. Die Arbeit richtet sich an ein psychologisch geschultes Fachpublikum und ist ohne entsprechende Vorkenntnisse nur schwer verständlich.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.24.432.232.632.642.67 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Peter Jüngst: "Raubtierkapitalismus"? Gießen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20984-raubtierkapitalismus_24477, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24477 Rezension drucken
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