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/ 20.06.2013
Malte Pehl

Regionalization and institutionalization. Dimensions of multi-level party system change in India

Online-Publikation 2010 (http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/10636/1/PehlDoktorarbeitPolWiss2010.pdf); 228 S.
Politikwiss. Diss. Heidelberg; Gutachter: S. K. Mitra, A. Croissant. – In den vergangenen fünfzehn Jahren ist einem Phänomen der indischen Politik zunehmend stärkere Aufmerksamkeit zuteilgeworden: der wachsenden Bedeutung von regionalen Parteien und regionaler Identität sowohl auf staatlicher als auch auf nationaler Ebene. So waren in den Jahren 1970, 1980 und 1990 auf staatlicher Ebene nur zwischen 25 und 30 Prozent der führenden Minister Angehörige regionaler Parteien, im Jahr 2000 waren es jedoch bereits 43 Prozent. In Pehls vergleichender Analyse werden beide Ebenen berücksichtigt. Die Untersuchung des Institutionalisierungsgrades des Parteiensystems ist dabei ein Schwerpunkt. Der Autor identifiziert verschiedene Trends. Einerseits sei ein eklatanter Rückgang von Vertrauen in die Parteien feststellbar, das auf parteiinterne Prozesse, das konkrete Regierungshandeln einer Partei in Regierungsverantwortung oder einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber Parteien als Institutionen zurückzuführen sei. Andererseits sei aber auch die Alternative zu Parteien, nämlich die Wahl von Direktkandidaten unbeliebt, wie der Rückgang der Wahlbeteiligung zeige. Zudem dürfe die eingangs getroffene Beobachtung der wachsenden Bedeutung regionaler Parteien nicht zu der Annahme verleiten, dass ihr Einfluss auch unverhältnismäßig groß sei. Pehl erinnert daran, dass der Einfluss regionaler Parteien vor allem von dem Verhandlungsgeschick ihrer Führer abhängt. Damit sei seiner Meinung nach der Mythos von einer Dominanz der regionalen Parteien auch auf nationaler Ebene widerlegt, denn große nationale Parteien würden sich auch weiterhin durchsetzen. Mit Blick auf soziale Aspekte der Parteianhängerschaft (mit Ausnahme der Religion) zeigt sich, dass diese als Indikatoren kaum taugen, um eine Unterstützung zu prognostizieren. Daher resümiert der Autor: „It seems that the supporters of regional parties are no inherent threat to the democratic process or culture of India, but rather a valuable addition to it.” (157)
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.682.22 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Malte Pehl: Regionalization and institutionalization. 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21925-regionalization-and-institutionalization_39107, veröffentlicht am 16.08.2010. Buch-Nr.: 39107 Rezension drucken
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