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/ 21.06.2013
Michael Schmöller

Regionen weltweit vernetzt. Die regionalen Außenbeziehungen Bayerns

Marburg: Tectum Verlag 2009; 127, XXXII S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-9910-0
Politikwiss. Magisterarbeit Passau; Gutachter: W. Gellner, A. Wilhelm. – Schmöller untersucht die Außenbeziehungen föderativer Gliedstaaten am Beispiel des Freistaates Bayern, der seit den 60er-Jahren ein weltweites Netzwerk von Partnerschaften mit Regionen und Staaten unterhält. Zunächst werden die Rahmenbedingungen des deutschen Föderalismus und die verfassungsrechtlichen Bestimmungen für eine grenzüberschreitende Kooperation der Bundesländer skizziert. Anschließend geht Schmöller auf die Besonderheiten des Freistaates Bayern ein, durch die dieser sich von anderen Regionen in Deutschland abgrenzt. Neben der geografischen Lage und der wirtschaftlichen Struktur führt der Autor die gesellschaftliche Identität und ein historisch bedingtes starkes politisches Selbstbewusstsein an. „Die Wahrung dieser Identität in einer globalisierten Welt, in der sich Traditionen und Werte immer mehr angleichen und damit zu verschwinden drohen, kann als eine Zielsetzung bayerischer Politik bezeichnet werden, die auch im Rahmen der Außenbeziehungen verfolgt wird.“ (41) Als weitere Ziele und Inhalte werden die Wirtschaftsentwicklung und die europäische Integration bei Wahrung der regionalen Eigenständigkeit genannt. Die dann folgende Darstellung der bayerischen Außenbeziehungen umfasst zum einen die Europapolitik und zum anderen die institutionalisierten, auf bayerischer Regierungsebene angesiedelten, bi- und multilateralen Kooperationen mit Staaten und Regionen in Mittel-, Süd- und Osteuropa sowie außerhalb Europas. Bayern habe sich durch sein Engagement in der Außenwirtschaft, im Umweltschutz, in der Technologie- und Energiepolitik sowie im kulturellen Austausch zu einem „‚Global Player’, der eigenständig in der Welt seine Interessen verfolgt“, entwickelt und „tritt damit als globaler Akteur neben der Bundesrepublik Deutschland auf“ (103). Ob dies die Gefahr einer „Chaotisierung deutscher Außenpolitik“ (118) mit sich bringt, fragt Schmöller abschließend und kommt in seiner verfassungsrechtlichen Abwägung zu dem Schluss, dass die völkerrechtliche Alleinvertretungskompetenz des Bundes dadurch nicht beeinträchtigt ist.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.52.3253.7 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Michael Schmöller: Regionen weltweit vernetzt. Marburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31599-regionen-weltweit-vernetzt_37636, veröffentlicht am 04.02.2010. Buch-Nr.: 37636 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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