/ 05.06.2013
Ludger Kühnhardt / Alexander Tschubarjan (Hrsg.)
Rußland und Deutschland auf dem Weg zum antitotalitären Konsens
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999 (Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung 7); 243 S.; geb., 84,- DM; ISBN 3-7890-5622-7Dass gerade deutsche und russische Wissenschaftler die Kooperation in der Analyse und Verarbeitung ihrer jeweiligen nationalen Vergangenheit suchen, ist erfreulich und hat gute Gründe - schließlich kommt der Gemeinsamkeit der totalitären Erfahrung mehr Gewicht zu als der Unterschiedlichkeit der Systeme. Der Vergleich kommunistischer und nationalsozialistischer Herrschaft ist inzwischen auch in Russland möglich, wenn natürlich auch nicht unumstritten. Erste Erträge dieser neuen Öffnung für den ursprünglich westlichen Forschungsansatz sind in diesem Band zu besichtigen.
Inhalt: Ludger Kühnhardt: Von der Last der Geschichte zur Last der Gegenwart (7-12); Aleksandr O. Čubar'jan: Fragen an die gemeinsame Totalitarismusdebatte (13-15). I. Der Umgang mit der Vergangenheit und die Totalitarismusforschung: Jakov S. Drabkin: Formen und Probleme des Umgangs mit der Vergangenheit aus russischer Sicht (19-29); Karl Dietrich Bracher: Formen und Probleme des Umgangs mit der Vergangenheit aus deutscher Sicht (31-46); Eckhard Jesse: Der Totalitarismusbegriff: Inhaltsbestimmung und Entwicklungsgeschichte (47-60); Aleksandr I. Boroznjak: Der Totalitarismusbegriff in der wissenschaftlichen Diskussion in Rußland (61-72). II. Totalitäre Erfahrungen im 20. Jahrhundert und Formen ihrer Bewältigung: Klaus-Dietmar Henke: Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in den beiden deutschen Staaten während der ersten Nachkriegsjahre (75-85); Vladimir P. Buldakov: Die Ära der sowjetischen Diktatur in Rußland (87-109), Roj A. Medvedev: Jurij Andropov und Andrey Sacharov (111-126); Bernd Faulenbach: Die SED-Diktatur in der DDR (127-141); Nicolas Werth: Comparer nazisme et stalinisme aujourd'hui (143-151). III. Antworten auf das Zeitalter des Totalitarismus: Tamara G. Morščakova: Die Bedeutung von demokratischen Veränderungen im System der Rechtsprechung für die Bewältigung der totalitären Vergangenheit (155-168); Robert Maier: Kräfte der Demokratisierung in Rußland am Beispiel von Geschichtsunterricht und Schulbuchschreibung (169-186); Boris S. Orlov: Die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft in Rußland als Herausforderung an die Wissenschaft (187-196); Marianna B. Korčagina: Vergangenheitsbewältigung und -aufarbeitung in der russischen Geschichtswissenschaft (197-214); Hans-Adolf Jacobsen: Vom Imperativ des antitotalitären Konsens. Verpflichtungen, Möglichkeiten und Grenzen deutsch-russischer Zusammenarbeit (215-230).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.23 | 2.35 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Ludger Kühnhardt / Alexander Tschubarjan (Hrsg.): Rußland und Deutschland auf dem Weg zum antitotalitären Konsens Baden-Baden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8329-russland-und-deutschland-auf-dem-weg-zum-antitotalitaeren-konsens_10983, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10983
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Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
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