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/ 21.06.2013
Zage Kaculevski

Selbstbestimmungsrecht der Völker und Minderheitenschutz. Eine Fallstudie zur FYROM

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007 (Düsseldorfer Schriften zu Internationaler Politik und Völkerrecht 3); 362 S.; brosch., 58,- €; ISBN 978-3-8329-2777-6
Rechtswiss. Diss. Düsseldorf; Gutacher: A. Lorz, L. Michael. – Die Arbeit ist der Vermengung der Rechtsinstitutionen Selbstbestimmungsrecht der Völker auf der einen Seite und dem Minderheitenschutz auf der anderen Seite gewidmet. Der Autor weist gleich zu Beginn darauf hin, dass eine klare Abgrenzung und Differenzierung zwischen beiden Rechtsmaterien in der Literatur kaum zu finden ist. Sein Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Dafür werden im ersten Teil das Selbstbestimmungsrecht der Völker und anschließend der Minderheitenschutz in der ganzen wissenschaftlichen Bandbreite – vom historischen Hintergrund über diverse Begriffsdefinitionen bis zu einschlägigen Dokumenten internationaler Organisationen – erläutert. In der Fallstudie wird dann versucht, das Verhältnis der beiden Rechtsbereiche am Beispiel der FYROM zu veranschaulichen. Kaculevski erläutert hierfür die Hintergründe des interethnischen Konfliktes in Makedonien und der Zusammenstöße im Jahr 2001. Darüber hinaus geht er explizit auf das Rahmenabkommen von Ohrid ein und zeigt auf, inwieweit dies die Situation der Minderheiten in Makedonien verbessert hat. Anhand seiner Prüfung erfüllen die in der FYROM lebenden Albaner nicht die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Selbstbestimmungsrechts der Völker und sind daher als Minderheit anzusehen. Damit die Republik langfristig stabil sein kann, müsse nicht nur das Rahmenabkommen von Ohrid vollständig implementiert, sondern es müssten zusätzlich weitere Schutzmechanismen in Zusammenarbeit von ethnischer Mehrheit und den Minderheiten erarbeitet werden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass überregionale Aspekte für die Lösung des interethnischen Konfliktes der Republik eine zentrale Bedeutung haben und die Lösung des Kosovo-Konfliktes die innenpolitische Stabilität in Makedonien beeinflusst, reichen Minderheitenschutz und eine gesicherte Rechtsstaatlichkeit allein nicht aus. Deshalb schlägt Kaculevski die Möglichkeit einer kulturellen Autonomie als Lösungsansatz vor.
Merle Vetterlein (MEV)
Dipl.-Politologin, Doktorandin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH).
Rubrizierung: 4.422.61 Empfohlene Zitierweise: Merle Vetterlein, Rezension zu: Zage Kaculevski: Selbstbestimmungsrecht der Völker und Minderheitenschutz. Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28120-selbstbestimmungsrecht-der-voelker-und-minderheitenschutz_33059, veröffentlicht am 04.04.2008. Buch-Nr.: 33059 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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