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/ 18.06.2013
Christian C. Walther

119 Fragen zum 11.9.

München: Wilhelm Heyne Verlag 2003; 224 S.; 10,- €; ISBN 3-453-87835-3
Wissenschaft besteht nicht zuletzt darin, Fragen zu stellen. Die Antworten sollten dann allerdings auch zumindest gesucht werden. Der Journalist Walther macht es sich in dieser Hinsicht vergleichsweise einfach: Er formuliert 119 Fragen über die Geschehnisse des 11.9.2001 und bietet dann im Multiple-Choice-Verfahren jeweils vier unterschiedliche Antworten an, ohne allerdings selbst Stellung zu beziehen. Mit dieser scheinbaren Demokratisierung von Wissenschaft versucht Walther auf geradezu elegante Art und Weise den Vorwurf zu entkräften, hier sei wieder einmal ein Verschwörungstheoretiker am Werk. Schließlich bietet er konsequent immer eine Option an, die die offizielle Interpretation zu stützen scheint. Die einzelnen Fragen gruppiert er in Komplexe, die von den Flügen der Terrormaschinen über die Rolle der Terroristen bis hin zum Verhalten des Präsidenten, des Pentagons oder der Geheimdienste reichen. Berechtigte Fragen zum Ablauf der Ereignisse stehen neben nebulösen Schätzfragen, die niemand beantworten kann. Die Fragen werden zudem oft aus Behauptungen hergeleitet, die Walther aus irgendwelchen Internet-Quellen oder Zeitungen hat. Ein wie auch immer gearteter Erkenntnisforschritt lässt sich mit dieser Methode schwerlich erzielen.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.252.64 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Christian C. Walther: 119 Fragen zum 11.9. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20451-119-fragen-zum-119_23841, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23841 Rezension drucken
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