/ 21.06.2013
Sebastian Bruns
Via New York nach Bagdad? Die Vereinten Nationen und die Irak-Politik der USA
Marburg: Tectum Verlag 2008; 169 S.; pb., 19,90 €; ISBN 978-3-8288-9579-9Der Autor klärt in dieser politikwissenschaftlich-zeitgeschichtlich angelegten Studie das Verhältnis zwischen den Vereinten Nationen und der Irak-Politik der USA. In den Mittelpunkt stellt er die im Titel angedeutete zentrale Frage, inwieweit die amerikanische Außenpolitik bei ihren Planungen die Vereinten Nationen berücksichtigte. Stellten sie sich als eigenständiger Akteur dar oder waren sie lediglich ein Instrument und Forum amerikanischer Politik und unterlag diese letztlich selbst einem Strategiewechsel? Bruns betrachtet die Administrationen der Präsidenten Bush Senior, Clinton und Bush Junior und lässt in einem ersten Kapitel den Blick zwecks historischer Fundierung bis in die Zeiten des Völkerbundes zurückschweifen. Für die Gegenwart sieht er die Außenpolitik Bush Juniors im Gegensatz zu der seines Vaters durch eine Gemengelage neuer Elemente charakterisiert: durch Annahme des Neokonservatismus verquickten sich in der Außenpolitik realistische mit idealistischen Momenten. Zu den idealistischen Momenten zähle eben auch ein gewisser Moralismus, zu dem auch die Vereinten Nationen gehörten, so Bruns. Und so kann der Autor zum Schluss konstatieren: „Der Weg nach Bagdad führte für beide Bush-Regierungen über New York. Während der eine den Sicherheitsrat mit an Bord nahm, ließ der andere ihn links liegen, was letztlich ein ‚diplomatisches Waterloo’ provozierte“ (135).
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.41 | 4.22 | 4.3
Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Sebastian Bruns: Via New York nach Bagdad? Marburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29263-via-new-york-nach-bagdad_34606, veröffentlicht am 05.08.2008.
Buch-Nr.: 34606
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Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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