/ 05.06.2013
Brigitte Hausmann
Duell mit der Verdrängung? Denkmäler für die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland 1980 bis 1990
Münster: Lit 1997 (Theorie der Gegenwartskunst 11); 420 S.; brosch., 68,80 DM; ISBN 3-8258-3616-9Kunstwiss. Diss. Regensburg; Erstgutachter: J. Traeger. – Kunstwissenschaftliche Arbeiten sind eigentlich höchstens am Rand für die Politikwissenschaft relevant. Nicht so jedoch im vorliegenden Fall. Die Diskussion um ein Holocaust-Denkmal in Berlin zeigt, daß es sich hier um ein Politikum ersten Ranges handelt. Und für diese Diskussion kann Hausmann den zeitgeschichtlichen Bezugspunkt liefern. Die Autorin untersucht systematisch die Neusetzungen von Holocaust-Denkmälern in den 80er Jahren. Aus der Betrachtung lokaler Gedenkstätten, die in der Regel auf einen ganz konkreten lokalen Bezugspunkt ausgerichtet sind, kommt sie zu einer Diskussion der Vorschläge für ein zentrales Mahnmahl. Die aktuelle Debatte ist dabei natürlich noch nicht rezipiert, da die Dissertation bereits 1994 abgeschlossen wurde. Jedoch zeigen auch die Ausführungen zu den Planungen für Bonn und Berlin strukturelle Ähnlichkeiten zur gegenwärtigen Diskussion auf. Schließlich eröffnet die kunstwissenschaftliche Perspektive, der die Arbeit durchweg verpflichtet bleibt, gerade der Politikwissenschaft Aspekte, die in rein politischen Argumentationen zum Gedenken an den Holocaust leicht unterbelichtet bleiben.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.35 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Brigitte Hausmann: Duell mit der Verdrängung? Münster: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7857-duell-mit-der-verdraengung_10426, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10426
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA