/ 20.06.2013
Christian Koller
Fremdherrschaft. Ein politischer Kampfbegriff im Zeitalter des Nationalismus
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2005; 590 S.; kart., 58,- €; ISBN 3-593-37863-9Der Begriff „Fremdherrschaft“ hat wider Erwarten keine lange Tradition im deutschen Sprachgebrauch. Erst nach 1815 taucht er als Bezeichnung der napoleonischen Herrschaft über Deutschland auf. Der Autor zeigt, wie der Begriff nach und nach eine immer weiter gefasste Bedeutung erhielt und schließlich für alle möglichen Konstellationen Verwendung fand – so etwa für die angebliche Herrschaft der Juden in Deutschland oder auch für die kulturelle Modernisierung. Dabei führt er vor Augen, wie eng die Entstehung des Begriffs und sein Bedeutungswandel mit dem Aufstieg des Nationalstaates und dem Wandel der Legitimitätskriterien von politischer Herrschaft verbunden war und auch, wie unterschiedlich er für die einzelnen politischen Richtungen – von der Sozialdemokratie bis zu den Völkischen – konnotiert war.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.31
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Christian Koller: Fremdherrschaft. Frankfurt a. M./New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24919-fremdherrschaft_28810, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28810
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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