/ 21.06.2013
Jens Peter Kutz
Gemeinwille oder Gotteswille? Jean-Jacques Rousseau und Joseph de Maistre über Souveränität und Staatlichkeit
Norderstedt: Books on Demand 2008; 86 S.; pb., 9,90 €; ISBN 978-3-8370-2685-6Kutz möchte in dieser Broschüre die Souveränitäts- und Staatsformenlehre Rousseaus und de Maistres vergleichen, weshalb er auf den „Contrat social“ (1762) und die „Étude sur la souveraineté“ (1794) zurückgreift. Das behandelte Thema ist angesichts der herausgehobenen Bedeutung des Souveränitätsbegriffs in der aktuellen staatswissenschaftlich-politiktheoretischen Debatte von außerordentlichem Interesse. Zudem werden die Schriften von de Maistre in Deutschland kaum beachtet und sind nahezu ausschließlich durch die Sekundärliteratur, insbesondere der zu Carl Schmitt, bekannt. Leider beschränkt sich Kutz lediglich auf die ins Deutsche übersetzten Texte bzw. die deutschsprachige Sekundärliteratur, sodass er zu dem wenig überraschenden Schluss kommt, dass sich die Staatskonzeptionen eines radikaldemokratisch-republikanischen Vertragstheoretiker von denen eines reaktionär-theokratischen Anhängers des Papstes maßgeblich unterscheiden. Ein Vergleich dieser beiden Denker sollte mehr Sorgfalt und Raum einnehmen, damit das Klischee des Gegensatzes von Aufklärung und Gegenaufklärung fundierter hinterfragt und der gemeinsame ideengeschichtliche Kontext vergegenwärtigt werden kann.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Jens Peter Kutz: Gemeinwille oder Gotteswille? Norderstedt: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29640-gemeinwille-oder-gotteswille_35087, veröffentlicht am 30.09.2008.
Buch-Nr.: 35087
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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