/ 12.06.2013
Birgit Blättel-Mink / Astrid Franzke / Anja Wolde (Hrsg.)
Gleichstellung im Reformprozess der Hochschulen. Neue Karrierewege für Frauen?
Königstein/Ts.: Ulrike Helmer Verlag 2011 (Frankfurter Feministische Texte 14); 215 S.; pb., 25,- €; ISBN 978-3-89741-326-9Durch die Hochschulstrukturreform verändern sich die deutschen Universitäten und Fachhochschulen nachhaltig: Zielvereinbarungen, Selbstverwaltung, Internationalisierung, Exzellenzentwicklung, Profilbildung und Hochschulverträge sind Schlagworte, die diesen nicht unumstrittenen Wandel kennzeichnen. Auch das wissenschaftliche Personal ist von dem umfassenden Reformprozess betroffen, hat die Hochschulstrukturreform doch auch weitgehende Auswirkungen auf die Personal- und Organisationsentwicklung und – damit verbunden – die Gleichstellung. Genau hier liegt aber ein Problem, denn obgleich erwerbsfähige Frauen vor dem Hintergrund einer sich demografisch wandelnden Gesellschaft immer wichtiger werden, verfügen sie derzeit noch nicht über eine tatsächliche Chancengleichheit. Die angestoßene Strukturreform an den deutschen Hochschulen und die damit verbundenen Fragen nach einer möglichen Gleichstellung von Frauen sind das zentrale und kritisch behandelte Thema dieses Sammelbandes, das die drei Herausgeberinnen in zwei kategoriale Blöcke aufteilen. Der erste beschäftigt sich mit dem seit einigen Jahren eingeführten Hochschul- und Wissenschaftsmanagement. Hier sei exemplarisch auf den Artikel von Ada Pellert verwiesen. Sie stellt heraus, dass auch die Hochschulen unter dem Druck stehen, sich einer veränderten Gesellschaft anzupassen. Dementsprechend werden Forschung, Lehre und Verwaltung zum einen gleichgestellt, zum anderen wird dies auf eine geschlechtergerechte Art und Weise getan. Allerdings dominieren an den deutschen Hochschulen immer noch männlich geprägte Strukturen und Kulturen, sodass Frauen der Zugang zu prestigeträchtigen Fächern und Exzellenznetzwerken erschwert, zum Teil gar versperrt wird. Der zweite Block beschäftigt sich mit der Personalentwicklung und Karriereförderung von Wissenschaftlerinnen. Astrid Franzke zeigt in ihrem Beitrag, dass es bereits eine gute Förderung während der Promotionsphase gibt, aber nach der Promotion eine Förderungslücke an deutschen Hochschulen konstatiert werden muss. Diese Feststellung bettet sie ein in den breiteren Kontext des Statuswechsels und stellt fest, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Umgang mit Statusübergängen schwer fällt, dass das hessische Programm „Pro-Professur – Mentoring für Wissenschaftlerinnen“ diese Barrieren aber abzubauen vermag.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.343 | 2.36
Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Birgit Blättel-Mink / Astrid Franzke / Anja Wolde (Hrsg.): Gleichstellung im Reformprozess der Hochschulen. Königstein/Ts.: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14504-gleichstellung-im-reformprozess-der-hochschulen_41395, veröffentlicht am 12.04.2012.
Buch-Nr.: 41395
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M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
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