/ 17.06.2013
Wolfgang Caspart
Gorbatschow als Partner des Westens. Geschichte - Sozialphilosophie - Politische Psychologie
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2001 (Mensch und Gesellschaft 9); 146 S.; brosch., 25,10 €; ISBN 3-631-35292-1Mit der "eitlen Verblendung eines Gesinnungstäters und indirekten Meinungsagenten" (132) habe Gorbatschow die Sowjetunion zusammenbrechen lassen. Der Westen habe ihn dabei maßgeblich unterstützt, so Caspart, der sich in seiner Analyse "auf eine Indizienkette aus historisch belegbaren Tatsachen" (13) stützt. Demnach habe die damalige britische Premierministerin Thatcher Gorbatschow 1983 "entdeckt" und "indirekt rekrutiert" (130). Zusammen mit der US-amerikanischen Regierung habe sie dann dafür gesorgt, dass die Reformpolitik Gorbatschows nicht von außen unter Druck geriet. Caspart bestreitet zwar nicht, dass die Sowjetunion schwere wirtschaftliche Probleme gehabt habe. Diese hätten aber nicht zu einem völligen Zusammenbruch des Systems führen müssen, so seine Behauptung. "Dummheit im banalen Sinn des Wortes kommt für das Scheitern Gorbatschows nicht infrage." (132) Er sei aber beeinflussbar gewesen, weil ihm außenpolitische Erfahrung gefehlt habe. Außerdem sei Gorbatschow von dem naiven Ehrgeiz besessen gewesen, sein Land als neuer Lenin wirtschaftlich reformieren zu können. Aber seine Vorstellungen seien völlig "unausgegoren" (69) gewesen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.62 | 2.1
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Wolfgang Caspart: Gorbatschow als Partner des Westens. Frankfurt a. M. u. a.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16491-gorbatschow-als-partner-des-westens_18936, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18936
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