Skip to main content
/ 04.06.2013
Martina Parge

Holocaust und autoritärer Charakter. Amerikanische Studien der vierziger Jahre vor dem Hintergrund der "Goldhagen-Debatte"

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 1997 (DUV: Sozialwissenschaft); VIII, 178 S.; brosch., 42,- DM; ISBN 3-8244-4269-8
Soziolog. Magisterarbeit Heidelberg; Erstgutachterin: U. Gerhardt. - Goldhagens "Hitler's Willing Executioners" hört nicht auf, die deutsche Debatte um den Holocaust zu beschäftigen. Die vorliegende Arbeit geht jedoch weit über eine bloße Diskussion der Richtigkeit dieser Thesen hinaus. Vielmehr stellt die Autorin auf der Basis einer Auseinandersetzung mit Goldhagen vier Kriterien auf, denen Erklärungsansätze des Holocaust aus soziologischer Sicht genügen müssen: (1) eine Berücksichtigung der individuellen Verantwortung der Täter; (2) eine Auffassung des Nationalsozialismus als soziale Pathologie einschließlich der Erklärung, wie es zu dieser Pathologie kommen konnte; (3) ein Erklärungsmodell für den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Sozialstruktur; (4) schließlich eine Berücksichtigung des Zwangscharakters des Nationalsozialismus als Terrorregime. Auf dieser Basis werden amerikanische Studien aus den vierziger Jahren auf ihre Konsistenz mit den aufgestellten Kriterien untersucht. Das Ergebnis ist eine Würdigung des ursprünglichen Konzepts des "autoritären Charakters" als vielversprechendes Erklärungsmodell für den Holocaust.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.422.3122.35 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Martina Parge: Holocaust und autoritärer Charakter. Wiesbaden: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5697-holocaust-und-autoritaerer-charakter_7413, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 7413 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA