/ 20.06.2013
Masoud Jannat
Iranische Flüchtlinge im deutschen Exil. Probleme einer Abstiegssituation
Online-Publikation 2005 (http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2005/0127/pdf/dmj.pdf); 396 S.Diss. Marburg; Gutachter: G. Fülberth. – Der Autor kritisiert, dass die Lebenssitutation von politischen Flüchtlingen kaum Gegenstand der sozialwissenschaftlichen Migrationsforschung sei. In seiner empirischen Erhebung untersucht er deshalb den Stand der Integration, die Arbeits-, Wohn- und Lebenssituation sowie die Rückkehrorientierung anerkannter Flüchtlinge aus dem Iran, die in Deutschland leben. Die Befragung ergab, dass sie nicht aus ökonomischen Motiven nach Deutschland gekommen sind. Sie seien vielmehr aufgrund der politischen Situation in ihrem Heimatland ins Exil gedrängt worden. Da die dortigen Verhältnisse von ihnen bis heute als undemokratisch eingestuft würden, wollten die meisten auch nicht zurückkehren und nähmen dafür sogar einen sozialen Abstieg in Kauf. Während sie in ihrer Heimat mehrheitlich in qualifizierten und hoch qualifizierten Berufen tätig gewesen seien und den mittleren beziehungsweise höheren Gesellschaftsschichten entstammten, sei ihnen die Arbeitsmarktintegration in Deutschland nur unzureichend gelungen. Ein großer Teil der Migranten sei entweder arbeitslos oder weit unter Qualifikation in Nischenbereichen beschäftigt.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.343 | 2.63 | 2.25 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Masoud Jannat: Iranische Flüchtlinge im deutschen Exil. 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24851-iranische-fluechtlinge-im-deutschen-exil_28725, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 28725
Rezension drucken
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA