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/ 21.06.2013
Friederike Hausmann

Italien

München: C. H. Beck 2009 (Die Deutschen und ihre Nachbarn); 232 S.; geb., 18,- €; ISBN 978-3-406-57854-0
Hausmann legt eine kompakte und informative Übersicht über die politische Geschichte Italiens vor. In der chronologischen Darstellung stehen drei große Entwicklungslinien im Vordergrund: „[d]as Auseinanderbrechen des römischen Weltreichs und die fortdauernde Faszination des Imperium Romanum in seiner christlichen Form, die Vielgestaltigkeit der italienischen Stadtstaaten und schließlich die Andersartigkeit des Südens“ (14 f.). Außerdem wird immer wieder die über Jahrhunderte bestehende Verknüpfung zu Deutschland herausgearbeitet. Thematisiert wird der „Widerspruch zwischen politischer Zersplitterung und kultureller Zusammengehörigkeit“ und die „Suche nach einer tragfähigen Ordnung im Inneren und im Rahmen Europas“ (15). Hausmann verbindet so die Vergangenheit mit einer Gegenwart, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann. Pointiert fasst sie wichtige Aspekte, die Politik und Gesellschaft heute prägen, zusammen. Dazu zählen die einstige Bedeutung des italienischen Kommunismus und die Terroranschläge, die eine Bedrohung von links suggerieren sollten und bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind. Erläutert wird die Durchdringung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durch Mafia und Korruption, der Einfluss der katholischen Kirche und der Aufstiegs Berlusconis. Hausmann sieht in seiner Politik die Fortsetzung jener nichtdemokratischen Bestrebungen konservativer Kräfte, die seit Jahrzehnten versuchten, sich den italienischen Staat untertan zu machen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.612.24.23.7 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Friederike Hausmann: Italien München: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31344-italien_37303, veröffentlicht am 15.12.2009. Buch-Nr.: 37303 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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