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/ 05.06.2013
Klaus Harpprecht

"... und nun ists die!" Von Deutscher Republik

Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1999; 160 S.; 14,90 DM; ISBN 3-499-60762-X
In diesem Band versucht der Journalist und ehemalige Redenschreiber Willy Brandts in sieben Kapiteln eine Bilanz der Geschichte der Bundesrepublik zu ziehen. Die einzelnen Kapitel beruhen dabei zum größten Teil auf bereits veröffentlichten Texten aus der ZEIT, dem Spiegel oder diversen Büchern. Dies führt mitunter zu Überraschungen, wenn etwa das Kapitel 3 "Von der Kraft des Wortes" eigentlich ein Portrait Eugen Gerstenmaiers ist. Überhaupt beschäftigt sich Harpprecht vornehmlich mit den Personen und Persönlichkeiten der Bundesrepublik: Adenauer, Brandt und Kohl werden in besonderem Maße in den Vordergrund gestellt. In seine Darstellung fließen aber auch strukturelle Betrachtungen ein, wie etwa die, daß gerade die Konfrontation mit der DDR für einige der Qualitäten des westdeutschen Staates in gewisser Weise verantwortlich war: "Es war täglich zu beweisen, daß die Gesellschaft Westdeutschlands die freiere, die erfolgreichere, die tüchtigere, die überlegenere sei." (12) Harpprecht singt zugleich aber auch ein Loblied auf die oftmals verspottete Kleinbürgerlichkeit und Provinzialität der Bundesrepublik, in der er einen wesentlichen Grund dafür entdeckt, daß Bonn nicht Weimar wurde.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Klaus Harpprecht: "... und nun ists die!" Reinbek: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8186--und-nun-ists-die_10801, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10801 Rezension drucken
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