/ 21.06.2013
Mareike Köller
Ausländische Direktinvestitionen und regionale Integration – das Beispiel Irland
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009 (cege-Schriften 16); 281 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 978-3-631-59078-2Wirtschaftswiss. Diss. Göttingen; Gutachterin: R. Ohr, Gutachter: G. Rübel. – Zählte Irland bis in die 80er-Jahre hinein noch zu den ärmsten vier EU-Staaten, so hat das Land in den 90er-Jahren einen rapiden wirtschaftlichen Aufholprozess vollzogen. Dabei verzeichnete Irland einen relativ hohen Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen. Der theoretischen Annahme folgend, dass Direktinvestitionen als Wachstumsmotor für wirtschaftlich weniger entwickelte Länder fungieren können, fragt die Autorin, inwieweit diese für den wirtschaftlichen Erfolg Irlands verantwortlich waren und welche Rolle die europäische Integration für den irischen Weg spielte. Darüber hinaus interessiert die Autorin, inwieweit der irische Weg Vorbild für die neuen osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten sein kann. In ihrer theoriegestützten Analyse untersucht sie den Zusammenhang von Direktinvestitionen und Wachstum einerseits sowie die Wechselwirkungen zwischen nationaler Standortpolitik, regionalen Integrationsprozessen und den Investitionsstrategien von multinationalen Unternehmen andererseits. Danach lasse sich insgesamt zwar ein positiver Einfluss der EU-Integration auf die Höhe von Direktinvestitionen nachweisen, doch eine hinreichende Bedingung stelle diese nicht dar. Vielmehr habe die aktive Direktinvestitionspolitik Irlands mit „weitreichenden Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungs- und Verkehrsinfrastruktur, der politischen und makroökonomischen Stabilität sowie einer begleitenden konsequenten Betreuung der Multinationalen Unternehmen“ (247) dazu geführt, dass Irland Wettbewerbsvorteile bei der Anwerbung von Direktinvestitionen erzielen konnte. Eine solche, langfristig ausgerichtete und umfassend angelegte Politik sei auch den neuen osteuropäischen Mitgliedstaaten empfohlen. Dabei sei, so ein weiteres Ergebnis der insgesamt sehr differenzierten Analyse, die Konzentration auf bestimmte Sektoren und Nischen notwendig.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.61 | 2.262 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Mareike Köller: Ausländische Direktinvestitionen und regionale Integration – das Beispiel Irland Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30994-auslaendische-direktinvestitionen-und-regionale-integration--das-beispiel-irland_36833, veröffentlicht am 30.09.2009.
Buch-Nr.: 36833
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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