/ 20.06.2013
Melanie Reddig
Bürger jenseits des Staates? Unionsbürgerschaft als Mittel europäischer Integration
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2005; 255 S.; brosch., 48,- €; ISBN 3-8329-1607-5Diss. Düsseldorf; Gutachter: M. Baurmann. – An die Unionsbürgerschaft sind hohe Erwartungen gerichtet worden: Sie sollte einen Beitrag zur Legitimation und zum Zusammenhalt der EU leisten. Die Autorin untersucht, inwieweit dies gelingen kann. Ausgehend von der allgemeinen historischen Entwicklung sowie der theoretischen Grundlagen des Bürgerschaftskonzeptes beschreibt Reddig dessen Besonderheiten im europäischen Integrationsprozess und seine Bedeutung in den klassischen Modernisierungstheorien. In ihrer Analyse differenziert sie zwischen der ökonomischen, politischen, kommunitären und kulturellen Dimension des europäischen Integrationsprozesses. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Unionsbürgerschaft geeignet ist, die gegenwärtige Integrationskrise zu überwinden – unter der Bedingung, dass die Unionsbürgerrechte mit ihren nationalen Pendants abgestimmt werden. Soziologische Analysen der europäischen Unionsbürgerschaft sind selten, Reddigs Arbeit schließt hier eine Lücke. Dass der Erkenntnisgewinn nicht allzu groß ausfällt, darf aber angesichts der recht umfangreichen politikwissenschaftlichen und staatsrechtlichen Literatur zum Thema nicht verwundern.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 3.1 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Melanie Reddig: Bürger jenseits des Staates? Baden-Baden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25048-buerger-jenseits-des-staates_28972, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28972
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
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