/ 11.06.2013
Hubert Rottleuthner (Hrsg.)
Das Havemann-Verfahren. Das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) und die Gutachten der Sachverständigen H. Roggemann und H. Rottleuthner
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999 (Schriftenreihe Recht und Justiz der DDR 1); 437 S.; brosch., 128,- DM; ISBN 3-7890-5890-4Havemann war Kommunist in der DDR, wandelte sich später aber zum Systemkritiker. Zweimal wurde er daraufhin in den siebziger Jahren von einem DDR-Gericht verurteilt: 1976 zu einer Art Hausarrest und 1979 zu einer Geldstrafe. Nach dem Fall der Mauer kam es zur Aufhebung beider Urteile durch ein Kassationsgericht. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen die damaligen Richter (und Staatsanwälte) wegen Rechtsbeugung ein. Das Landgericht Frankfurt/Oder sprach sie 1997 schließlich von diesem Vorwurf frei. An dem Verfahren waren auch drei Sachverständige beteiligt. Einer von ihnen ist der Herausgeber. Das Buch dokumentiert das Urteil des Landgerichts, welches die einstigen DDR-Juristen freisprach, sowie zwei der drei gutachterlichen Stellungnahmen (der dritte Gutachter, Clemens Vollnhals, veröffentlichte bereits eine eigene Publikation zum "Fall Havemann" [siehe ZPol 4/98: 1.596 f.]) und bietet so umfangreiches Material nicht nur für die Aufarbeitung des Falls Havemann, sondern auch – und vielmehr – zur Stellung und Funktionsweise der DDR-Justiz und ihrem Zusammenspiel mit der politischen Führung.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.313 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Hubert Rottleuthner (Hrsg.): Das Havemann-Verfahren. Baden-Baden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9284-das-havemann-verfahren_11481, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11481
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Dipl.-Politologe.
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