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/ 21.06.2013
Christian Pernhorst

Das paneuropäische Verfassungsmodell des Grafen Richard N. Coudenhove-Kalergi

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008; 268 S.; brosch., 54,- €; ISBN 978-3-8329-3202-2
Rechtswiss. Diss. Trier; Gutachter: G. Robbers, M. Schröder. – Eine Verfassung für Europa stand in der letzten Zeit in den Ländern der EU mehrere Male zur Abstimmung, scheiterte aber. Bereits vor 85 Jahren hatte Graf Richard N. Coudenhove-Kalergi – 1923 in seinem Buch „Pan-Europa“ zusammengefasst – ohne Erfolg den Gedanken eines geeinten Kontinents entwickelt. Pernhorst befasst sich mit diesem Verfassungsmodell im Rahmen der paneuropäischen Gesamtidee. Zunächst werden die Person des Grafen und die große Bedeutung seines Charakters für die Idee vorgestellt. Die Darstellung der Entwicklung der paneuropäischen Bewegung von den Anfängen bis zum Tod des Grafen 1972 schließt sich an. Im Hauptteil werden die Elemente und Voraussetzungen des Verfassungsprozesses im paneuropäischen Geiste behandelt. Als Ziele nennt der Autor Friedenssicherung, Machterhaltung und Selbstbehauptung, aber auch die Förderung von Wirtschaft und Handel. Den Kern der Arbeit bildet die Analyse der fünf zwischen 1930 und 1951 publizierten Verfassungskonzepte Coudenhove-Kalergis. Die gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, sowie die Koordinierung einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungspolitik wurden als vorrangige Aufgaben auf gesamteuropäischer Ebene benannt. Andererseits wurden auch Themen festgemacht, die weiterhin von den Einzelstaaten (dem Subsidiaritätsprinzip folgend) zu erledigen oder, wie zum Beispiel der Minderheitenschutz, im europäischen Integrationsprozess zu sichern seien. Den organisatorischen Rahmen bildet hierbei die Schaffung paneuropäischer Verfassungsorgane (beispielsweise Bundesparlament, Bundesrat, Bundesregierung, Bundesgericht). Klar wird von Pernhorst abschließend hervorgehoben: neben allen Prozessbestandteilen der europäischen Integration kommt der Person Coudenhove-Kalergis wichtige Bedeutung zu. Die Texte der fünf Paneuropa-Entwürfe schließen das Buch ab.
Hubert Woltering (HW)
M. A., Historiker.
Rubrizierung: 3.15.41 Empfohlene Zitierweise: Hubert Woltering, Rezension zu: Christian Pernhorst: Das paneuropäische Verfassungsmodell des Grafen Richard N. Coudenhove-Kalergi Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29470-das-paneuropaeische-verfassungsmodell-des-grafen-richard-n-coudenhove-kalergi_34888, veröffentlicht am 07.11.2008. Buch-Nr.: 34888 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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