/ 04.06.2013
Bernhard Waldenfels / Iris Därmann (Hrsg.)
Der Anspruch des Anderen. Perspektiven phänomenologischer Ethik
München: Wilhelm Fink Verlag 1998 (Übergänge 32); 351 S.; geb., 68,- DM; ISBN 3-7705-3254-6Phänomenologische Ethik beginnt mit dem Außerkraftsetzen moralischer Selbstverständlichkeiten, d. h. mit der Frage, ob geltende Begründungen für Werte, Normen und Nutzenkalküle nicht schon voraussetzen, "daß wir uns bereits in einer moralisch verfaßten Welt befinden" (8). Daß sich Ethisches nur zeigen kann und wir uns nicht in eine Moral "hineinvernünfteln" (9) können, bedeutet jedoch nicht, daß Phänomenologie Ethik auf ein "Wertfühlen" (7), d. h. einen Intuitionismus reduziert, der sich jeder diskursiven Verständigung entzieht. Die Beiträge gehen auf Vorträge einer internationalen Tagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung im Oktober 1996 in Freiburg zurück.
Inhalt: Bernhard Waldenfels: Einführung: Ethik vom Anderen her (7-14). I. Antlitz des Anderen und Ansprüche des Dritten: Adriaan T. Peperzak: "Daß ein Gespräch wir sind" (17-34); Bernhard Waldenfels: Antwort auf das Fremde. Grundzüge einer responsiven Phänomenologie (35-49); Françoise Dastur: Das Gewissen als innerste Form der Andersheit. Das Selbst und der Andere bei Paul Ricœur (51-63); Andreas Luckner: Heideggers ethische Differenz (65-86); Robert Bernasconi: Wer ist der Dritte? Überkreuzung von Ethik und Politik bei Levinas (87-110); Peter Welsen: Der Ort der Ethik in Ricœurs praktischer Philosophie (111-120); Guillermo Hoyos Vásquez: Die phänomenologische Ethik und die moralischen Gefühle (121-129); James G. Hart: Ethik und die Grundlagen der Ökonomie. Überlegungen im Anschluß an Husserl (131-148). II. Gabe und Opfer, Gesetz und Begehren: Jacques Colette: Ethik der Gabe (151-164); László Tengelyi: Gesetz und Begehren in der Ethik von Levinas (165-175); Uwe Dreisholtkamp: Überlegungen angesichts der unmöglichen Zirkulation einer nicht retournierten Gabe zwischen E. Levinas und J. Derrida (177-185); Sebastian Eis: Opfer des Subjekts oder Gabe der Sprache - Zu Heideggers Politik (187-195); Rudolf Bernet: Trieb und Transzendenz. Zur Theorie der Sublimierung (197-217). III. Ethos der Sinne, Gedächtnis und Erinnerung: Rolf Kühn: Ethos gemäß der Selbstgebung des Lebens (221-238); Karl Mertens: Verletzlichkeit des Leibes und Ansprüche der Natur (239-257); Natalie Depraz: Das Ethos der Reduktion als leibliche Einstellung (259-270); Antje Kapust: Ethische Re-vision durch verkehrte Augen. Überlegungen im Umkreis von E. Levinas und M. Merleau-Ponty (271-290); Edward S. Casey: Erinnerung an den Ort des Anderen innerhalb des eigenen Selbst (291-316); Burkhard Liebsch: Zeugnis und Überlieferung. Eine Skizze (317-328).
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 5.44
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Bernhard Waldenfels / Iris Därmann (Hrsg.): Der Anspruch des Anderen. München: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4135-der-anspruch-des-anderen_5842, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5842
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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