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/ 21.06.2013
Leo Brawand

Der Spiegel - ein Besatzungskind. Wie die Pressefreiheit nach Deutschland kam

Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2007; 230 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 978-3-434-50604-1
Der Journalist Brawand war seit der ersten Stunde ein Mitglied der „Spiegel“-Redaktion. In diesem Rückblick schildert er die Anfänge des Nachrichtenmagazins, dessen Vorläufer „Diese Woche“ nach dem Vorbild des „Time Magazine“ von dem Press Chief der britischen Besatzungsbehörde, John Seymour Chaloner, initiiert worden war. Brawand zeichnet knapp die Lebensläufe von Chaloner und Augstein nach, die beide als junge Menschen am Krieg teilnahmen und sich im Alter von Anfang zwanzig dem Journalismus zuwandten. Die zentrale Rolle in der Entstehungsgeschichte des Nachrichtenmagazins schreibt Brawand Chaloner zu, obwohl diesem vom Besatzungsregime schließlich die Zuständigkeit entzogen wurde und Augstein die Lizenz für den „Spiegel“ erhielt. Chaloner erhob später finanzielle Ansprüche und wurde in Würdigung seiner Verdienste in den Kreis der gewinnberechtigten Beschäftigten aufgenommen. Es ist sicher richtig, dass Chaloner eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des Nachrichtenmagazins spielte; dadurch aber, dass sich Brawand auf die Schilderung dieser allerersten Anfangsphase beschränkt, wird doch Augsteins Rolle (zu) stark relativiert – schließlich war er es, der den „Spiegel“ zum „Sturmgeschütz der Demokratie“ (wie er es selbst nannte) machte. Insgesamt bietet Brawand keine neuen Informationen, beschreibt aber ein wichtigstes Stück der westdeutschen Mediengeschichte.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3132.333 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Leo Brawand: Der Spiegel - ein Besatzungskind. Hamburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27452-der-spiegel---ein-besatzungskind_32166, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32166 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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