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/ 20.06.2013
Ulrich Bijok

Der starke Mensch im dienenden Staat

Frankfurt a. M.: Herchen + Herchen 2005; 127 S.; pb., 14,80 €; ISBN 3-936964-20-3
Der Verfasser, im Hauptberuf Allgemeinmediziner, erläutert seine durch den christlichen Glauben geprägten Vorstellungen zum Verhältnis von Individuum und Staat. Das zentrale Element seines Weltbildes ist der so genannte „starke Mensch, den wir uns alle erhoffen“ (42). Dieser sei mit einer „robusten körperlichen und geistigen Gesundheit“ (41) ausgestattet. Sein „bestimmendes Wesensmerkmal“ sei die „bewusste Beherrschung seiner Gier“ (42). Deshalb strebe der starke Mensch aus sich selbst heraus nach Frieden, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Zu seiner Entfaltung brauche er den „dienenden Staat“, worunter Bijok einen weitgehend liberalen Rechtsstaat versteht, der allerdings grundlegende soziale Sicherungssysteme bereitstellt. Als Vorbild für die ausstehenden Reformen präsentiert der Verfasser das Beispiel Neuseeland. Die sehr phrasenhafte Darstellung ist durch stark wertende Formulierungen geprägt. Zu den jüngsten politischen Reformen bemerkt der Autor: „Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.“ (106). Allerdings: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.32.352.23 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ulrich Bijok: Der starke Mensch im dienenden Staat Frankfurt a. M.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24595-der-starke-mensch-im-dienenden-staat_28409, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28409 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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