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/ 04.06.2013
Martina Emme

"Der Versuch, den Feind zu verstehen" Ein pädagogischer Beitrag zur moralisch-politischen Dimension von Empathie und Dialog

Frankfurt a. M.: IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation 1996; 372 S.; 46,- DM; ISBN 3-88939-113-3
Diss. TU Berlin. - "Wie können Verstehens- und Verständigungsversuche zwischen denen gelingen, die sich als 'Feinde' gegenüberstehen? Von dieser Leitfrage ausgehend, entwickelt die Autorin das Konzept einer Verstehens- und Verständigungsarbeit, indem sie zunächst einen Schlüsselbegriff für Begegnung und Dialog mit dem 'Fremden' einführt: Empathie, die Idee einer Art 'Gastfreundschaft im Geiste'. Aufbauend auf den Grundgedanken von Martin Buber, Carl Rogers, Ruth Cohn u. a. werden dabei die Konturen eines dialogischen Empathieverständnisses skizziert, das Verständigung gerade auch in Konfliktsituationen befördert. Im Kontext des Holocaust wird die moralische Tragfähigkeit der Idee überprüft: Ist Empathie angesichts des 'Äußersten' denkbar? Kann Primo Levis 'Versuch, den Feind zu verstehen' als Modell einer Verständigungsarbeit herangezogen werden, deren Gelingen auch über die tiefen Kluften hinweg möglich ist, die Täter und Opfer voneinander zu trennen? Schließlich zeigt die Auseinandersetzung mit Gitta Serenys 'Gesprächen mit dem Henker' und Dan Bar-Ons Gesprächen mit Kindern von NS-Tätern das Potential einer pädagogisch-politischen Arbeit, die auf Empathie beruht: Verstehen wollen heißt nicht entschuldigen!" (Buchinformation)
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.232.35 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Martina Emme: "Der Versuch, den Feind zu verstehen" Frankfurt a. M.: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3699-der-versuch-den-feind-zu-verstehen_4951, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 4951 Rezension drucken
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