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/ 04.06.2013
Peter Bleses / Edgar Rose

Deutungswandel der Sozialpolitik. Die Arbeitsmarkt- und Familienpolitik im parlamentarischen Diskurs

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1998 (Schriften des Zentrums für Sozialpolitik 8); 309 S.; kart., 78,- DM; ISBN 3-593-35993-6
Das Buch ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das in der Zeit zwischen 1994 und 1997 am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen durchgeführt wurde. Es thematisiert das Verhältnis von sozialpolitischem parlamentarischem Diskurs, Öffentlichkeit und staatlichem Handeln. Gefragt wurde danach, "wie sich die normativen Rechtfertigungen in der sozialpolitischen Gesetzgebungsdebatte im Deutschen Bundestag in den vergangenen Jahrzehnten [...] verändert haben" (16). Dies wird anhand der Änderungen des Arbeitsförderungsgesetzes und des Familienlastenausgleichs untersucht. 23 Gesetzgebungsakte, über die im Zeitraum von 1967 bis 1994 parlamentarische Debatten geführt wurden, werden textanalytisch betrachtet (178). Die Autoren gehen davon aus, daß die Argumentation, mit der sozialpolitische Veränderungen im Bundestag begründet werden, einen relevanten Einfluß auf die öffentliche Meinungsbildung und die beschlossenen politischen Maßnahmen haben (280). Sie vertreten die These, daß in den öffentlichen Rechtfertigungen der normative Gehalt gesunken sei. Hierzu bilden sie vier Kategorien: Das Gute (167), das Gerechte (168), das Nützliche (169) und das "formal Korrekte" (175). Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, daß die These der normativen Reduktion nicht zu halten sei (192).
Martina Böhner (Bö)
Dr.
Rubrizierung: 2.3422.321 Empfohlene Zitierweise: Martina Böhner, Rezension zu: Peter Bleses / Edgar Rose: Deutungswandel der Sozialpolitik. Frankfurt a. M./New York: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5364-deutungswandel-der-sozialpolitik_7034, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 7034 Rezension drucken
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