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/ 05.06.2013
Thomas Neumann

Die Europäischen Integrationsbestrebungen in der Zwischenkriegszeit

Wien: WUV-Universitätsverlag 1999 (WUV Monographien Rechtswissenschaften 5); XIV, 281 S.; brosch., 62,- DM; ISBN 3-85114-437-6
Rechtswiss. Diss. Wien. - In welchem Maße sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der europäische Integrationsgedanke in konkreten Vorschlägen zur Schaffung eines europäischen Staatenbundes artikulierte, markiert, welche Bedeutung einer solchen Einrichtung zur Sicherung des Friedens in Europa beigemessen wurde. So liegt es auf der Hand, daß diese Bestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg einen enormen Aufschwung erlebten. Nur auf dem Weg einer europäischen Integration, so schien es, war das Balance of Power-System des 19. Jahrhunderts, das in den Krieg geführt hatte, zu überwinden und statt dessen eine europäische Friedensordnung zu errichten. Der bekannteste Ausdruck dieser Strömung war die Rede des französischen Außenministers Aristide Briand im September 1929 vor der Vollversammlung des Völkerbundes, in der er einen konkreten Plan für einen politischen Zusammenschluß der europäischen Staaten mit dem Ziel der kollektiven Friedenssicherung formulierte. Von diesem Vorschlag ausgehend, hat der Autor die europäischen Integrationsbemühungen der Zwischenkriegszeit untersucht. Dabei widmet er der Politik der einzelnen Staaten breiten Raum, streift jedoch nur kurz die Bemühungen nicht-staatlicher Akteure, wie z. B. der Paneuropa-Bewegung. Gegenüber der europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg sieht Neumann zwei wichtige Unterschiede, die hauptsächlich für das Scheitern der europäischen Einigungsbemühungen in der Zwischenkriegszeit verantwortlich gewesen sind: die fehlende Institutionalisierung der Supranationalität und den mangelnden politischen Willen Deutschlands und Frankreichs, Teilbereiche ihrer Politik zu vergemeinschaften. Inhaltsübersicht: I. Die europäischen Integrationsbestrebungen in ihrer historischen Entwicklung: 1. Der Begriff Europäische Integration; 2. Die europäischen Einigungsbestrebungen während des Ersten Weltkriegs; 3. Die Gründung des Völkerbundes; 4. Die europäischen Integrationsbestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg. II. Das Projekt der Europäischen Union: 1. Die Vorgeschichte; 2. Das Memorandum der französischen Regierung über die Organisation einer europäischen Bundesordnung; 3. Die Antwortnoten der Regierungen; 4. Die Studienkommission; 5. Die Europäischen Integrationsbestrebungen in der Zwischenkriegszeit im Vergleich zur Integrationsentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 3.1 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Thomas Neumann: Die Europäischen Integrationsbestrebungen in der Zwischenkriegszeit Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8602-die-europaeischen-integrationsbestrebungen-in-der-zwischenkriegszeit_11332, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11332 Rezension drucken
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