/ 22.06.2013
Stephan Klecha
Die IG Metall und ihre Jugendarbeit. Generationskonflikte, Netzwerke, Wirkungen
Berlin: vorwärts buch GmbH 2010; 308 S.; brosch., 14,95 €; ISBN 978-3-86602-432-8Sozialwiss. Diss. Göttingen; Gutachter: F. Walter. – Jugendarbeit stellt, so Klecha, einen wichtigen Beitrag zur Generationsbildung innerhalb der Gewerkschaften dar. Um die jeweiligen Generationen identifizieren zu können, bedient er sich eines Konzepts des Soziologen Karl Mannheim. Dieser stellt den Generationszusammenhang in den Mittelpunkt: „Wer einer Generationseinheit angehört, entwickelt ‚ein konkretes Mitgliedschaftsverhalten und Zugehörigkeitsgefühl’ zu seiner Generation“ (18). Folglich nimmt Klecha eine Periodisierung vor, die sich an den zentralen ökonomischen und gesellschaftlich-kulturellen Krisen und Umbrüchen der bundesdeutschen Geschichte orientiert und dabei den spezifischen organisatorischen Kontext berücksichtigt. Er identifiziert drei Generationen von Jugendlichen seit 1945: Bis 1969 habe sich die „Jugend im Wirtschaftswunder“ (21) befunden. In den 70er-Jahren habe eine intensivierte politische und gesellschaftliche Diskussion stattgefunden, die Jugend sei „im Aufbruch“ (22) gewesen. Die 80er-Jahre seien geprägt durch eine ökonomische Krisenentwicklung, postmaterialistische Fragestellungen hätten auf der Tagesordnung gestanden. Für diesen Zeitraum wählt er den Terminus „Jugend in der Krise“ (22). Klecha beobachtet, dass sich die Veränderungen in der Mitgliederzahl und den Vertretungen der IG-Metalljugend in etwa mit den generellen gesellschaftlichen Umbrüchen decken. Er beschreibt die gewerkschaftliche Jugendarbeit über die Jahrzehnte und stellt dabei individuelle Biografien heraus. Zu diesem Zweck hat er zwölf Personen dazu befragt, wie sie sich als jeweilige Vertreter ihrer Zeit selbst wahrnehmen. Klecha deutet politische Gemeinsamkeiten und Gegensätze der jeweiligen Generation. Insgesamt seien die innerorganisatorischen Debatten und Diskurse in der gewerkschaftlichen Jugendarbeit nicht losgelöst von den Entwicklungen in der IG-Metall selbst. Aufgrund der Integration der Jugendarbeit in die Strategien der Gesamtorganisation hätten Konflikte immer auch eine Entsprechung in der Gesamtorganisation, sodass die Jugendarbeit nicht geschützt sei vor „Instrumentalisierungen für strategische Ziele in der Gesamtorganisation“ (273).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.331 | 2.35 | 2.313 | 2.315
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Stephan Klecha: Die IG Metall und ihre Jugendarbeit. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32230-die-ig-metall-und-ihre-jugendarbeit_38462, veröffentlicht am 19.07.2010.
Buch-Nr.: 38462
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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