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/ 18.06.2013
Annette Schnabel

Die Rationalität der Emotionen. Die neue deutsche Frauenbewegung als soziale Bewegung im Blickfeld der Theorie rationaler Wahl

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2003 (Studien zur Sozialwissenschaft); 352 S.; kart., 31,90 €; ISBN 3-531-14080-9
Diss.; Gutachterin: B. Heintz. - Die so genannte neue deutsche Frauenbewegung hat seit Beginn der 70er-Jahre wesentliche Veränderungen in der deutschen Gesellschaft bewirkt. Allerdings sind die Gründe für ihr Entstehen und die Bestimmungsfaktoren ihrer Entwicklung nur wenig untersucht worden. Die Autorin fragt im ersten Teil, welchen Beitrag die vorhandenen Erklärungsansätze zum Thema soziale Bewegungen für die Analyse der neuen deutschen Frauenbewegung leisten können. Dabei wird deutlich, dass diese Modelle u. a. nur unzureichend klären, wie aus gleichen Interessen von Individuen kollektive Interessen werden können. Deshalb führt sie das Konzept „Rationaler Wahl" in die Diskussion ein. Schwierig ist in diesem Zusammenhang das so genannte „Trittbrettfahrerproblem": Warum soll sich das Individuum engagieren, wenn es auch ohne eigenes Engagement von den Ergebnissen des Engagements anderer profitieren kann? Zur Erklärung benutzt Schnabel den Begriff der so genannten „joint goods", also Güter, die nur zusammen mit anderen Akteuren produziert werden können. Diese sind im Fall der Frauenbewegung emotionaler Natur. Damit zeigt die Autorin zum einen, wie die Rational-Choice-Theorie sinnvoll für die Forschungsfrage genutzt werden kann. Zum anderen schließt sie so eine Forschungslücke bei der Analyse sozialer Bewegungen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.362.331 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Annette Schnabel: Die Rationalität der Emotionen. Wiesbaden: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19956-die-rationalitaet-der-emotionen_23239, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23239 Rezension drucken
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