/ 11.06.2013
Charalambos Platias
Die Regionalpolitik der Europäischen Gemeinschaft und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung in ihrer Bedeutung für Griechenland. Eine Fallstudie über die Jahre 1981-1993
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 387); 337 S.; brosch., 89,- DM; ISBN 3-631-34979-3Politikwiss. Diss. Bonn; Gutachter: H.-P. Schwarz, D. Karsten. - Platias geht es darum, die Auswirkungen der regionalpolitischen Tätigkeit der Gemeinschaft in Griechenland durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zu erfassen und zu bewerten. Seine zentrale Hypothese lautet, dass Griechenlands Mitgliedschaft in der Gemeinschaft eine Fortentwicklung der regionalpolitischen Mittel und eine Steigerung der Effizienz bewirkt hat. Diese Fallstudie versteht sich gleichzeitig als EG-Policy-Forschung und auch als Länderstudie; sie verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der den politischen, ökonomischen und rechtlichen Aspekten des Themas gerecht wird. Der Autor sieht seine Hypothese bestätigt, wonach die griechische Mitgliedschaft "nicht nur eine Hebelwirkung und bedeutende Mitnahmeeffekte für das regionalpolitische System" hatte, sondern auch "als Trittbrett für die Bewältigung von einschneidenden Reformen der griechischen Regionalpolitik" (257) fungierte. So läßt sich seit längerem eine Tendenz sowohl zum Abbau der Disparitäten zwischen den Regionen als auch zum Abbau der dualistischen Strukturen zwischen Zentrum und Peripherie beobachten, was u. a. auf die Transferleistungen aus dem Regionalfonds sowie dem Garantiefonds für die Landwirtschaft zurückzuführen ist. Dieser Trend hatte wiederum positive Auswirkungen auf die Einstellungen der Bevölkerung zur Gemeinschaft: Auf diese Weise wurde "das Zugehörigkeitsgefühl Griechenlands zu der Gemeinschaft gefestigt und die Teilnahme am Integrationsprozeß als die einzige denkbare Möglichkeit bekräftigt" (261).
Aus dem Inhalt: II. Die Regionalpolitik der Europäischen Gemeinschaft und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung; III. Die Regionalpolitik der Europäischen Gemeinschaft und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung in ihrer Bedeutung für Griechenland: 1. Übersicht über das griechische Regionalproblem unter Berücksichtigung des Konvergenz- und Kohäsionsproblems in der Gemeinschaft; 2. Das regionalpolitische System in Griechenland vor und nach dem griechischen Beitritt in die Europäischen Gemeinschaften; 3. Die öffentliche Diskussion über die Regionalpolitik der Gemeinschaft in Griechenland; 4. Der gemeinschaftliche regionalpolitische Einsatz in Griechenland durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Zeitraum 1981-1993.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.5 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Charalambos Platias: Die Regionalpolitik der Europäischen Gemeinschaft und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung in ihrer Bedeutung für Griechenland. Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11097-die-regionalpolitik-der-europaeischen-gemeinschaft-und-der-europaeische-fonds-fuer-regionale-entwicklung-in-ihrer-bedeutung-fuer-griechenland_13116, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 13116
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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