/ 11.06.2013
Volker Lang
Die Regulierung der deutschen Stromwirtschaft. Eine föderalismustheoretische Analyse
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1999 (Europäische Hochschulschriften: Reihe V, Volks- und Betriebswirtschaft 2441); 276 S.; brosch., 89,- DM; ISBN 3-631-34808-8Wirtschaftswiss. Diss. Marburg; Gutachter: H. Zimmermann, E. Gerum. – Die im letzten Jahrzehnt begonnene Deregulierung des deutschen Strommarktes wirft zahlreiche politikwissenschaftliche Fragen auf. Hier werden vor allem normative und föderalismustheoretische in den Vordergrund gerückt. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der zweckmäßigen föderativen Aufgabenverteilung, um eine erfolgreiche wirtschaftspolitische Steuerung zu erreichen. Diese im Kern normative Fragestellung erfordert wiederum vielfältige normative Festlegungen, die theoretisch und empirisch zu stützen sind: Was soll gesteuert werden? Wie soll gesteuert werden? Welche Strukturen sind warum für die festgelegten Ziele erforderlich, hilfreich, nötig oder abzulehnen? Welche "Nebenwirkungen" ergeben sich aus den favorisierten Strukturen und Handlungszielen für die bestehenden Strukturen und die theoretische sowie normative Diskussion um den ordnungspolitischen Rahmen auch in anderen Politikfeldern – das föderale System insgesamt? Solchen weiten Ansprüchen kommt die Arbeit nicht nach: Eine eigenständige politikwissenschaftliche Auseinandersetzung um Funktionen und den möglichen Sinn einer föderalen Struktur wird nicht geführt. Aber innerhalb der wirtschaftswissenschaftlichen Darlegung werden Aspekte und Fragen der theoretischen Bemühungen um die intra- und interkollektive Politikverflechtung aufgegriffen. Nach einer deskriptiven Charakterisierung der Kompetenzen in der Elektrizitätswirtschaft werden öffentlich und privat anzugehende Aufgaben im untersuchten Politikfeld anhand zweier rein ökonomischer Theorien politischen Handelns definiert. Auf dieser Grundlage etabliert Lang dann Maßstäbe zur Kompetenzverteilung und wendet sie auf zentrale Bereiche und Strukturen des Politikfeldes an.
Inhaltsübersicht: 1. Die bestehende Verteilung elektrizitätspolitischer Kompetenzen im föderativen System Deutschlands: 1.1 Charakterisierung der deutschen Elektrizitätswirtschaft; 1.2 Die elektrizitätspolitische Aufgabenverteilung im deutschen Föderalismus; 1.3 Die zunehmende Bedeutung internationaler Träger in der Elektrizitätspolitik; 1.4 Zur Rolle des Staates als Eigentümer von EltVU. 2. Die zweckmäßige Abgrenzung der öffentlichen Aufgaben in der Elektrizitätswirtschaft: 2.1 Normative Maßstäbe zur Abgrenzung öffentlicher Aufgaben; 2.2 Mögliche Begründungen für staatliche Eingriffe in die Elektrizitätswirtschaft. 3. Normative Maßstäbe für die Verteilung elektrizitätspolitischer Kompetenzen im föderativen System: 3.1 Die ökonomische Theorie des Föderalismus als wohlfahrtsökonomisches Referenzmodell; 3.2 Weiterentwicklungen der ökonomischen Theorie des Föderalismus; 3.3 Föderalismus aus Sicht der constitutional economics; 3.4 Spezielle Aspekte einzelner föderativer Ebenen. 4. Die zweckmäßige Zuordnung elektrizitätspolitischer Kompetenzen im föderativen System Deutschlands: 4.1 Die Regulierung des Übertragungsnetzes; 4.2 Die Regulierung der Verteilungsnetze; 4.3 Die Sicherung der Versorgung mit Primärenergieträgern; 4.4 Die Regulierung aus umweltpolitischen Gründen; 4.5 Die Regulierung aus verteilungspolitischen Gründen; 4.6 Die Förderung des technischen Fortschritts in der Stromwirtschaft; 4.7 Die Rolle der Kommunen in der deutschen Stromwirtschaft; 4.8 Politische Netzwerke bei der Regulierung der Elektrizitätswirtschaft.
Christian Schütze (ChS)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.325 | 2.342 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Christian Schütze, Rezension zu: Volker Lang: Die Regulierung der deutschen Stromwirtschaft. Frankfurt a. M. u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10376-die-regulierung-der-deutschen-stromwirtschaft_12269, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12269
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