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/ 11.06.2013
Heinrich Hannover

Die Republik vor Gericht. 1975-1995. Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalts

Berlin: Aufbau-Verlag 1999; 496 S.; geb., 49,90 DM; ISBN 3-351-02481-9
Es handelt sich um den zweiten Teil der auf zwei Bände ausgerichteten Erinnerungen des Strafverteidigers Hannover, in denen der Autor über Dutzende politischer oder politisch bedeutsamer Strafrechtsfälle aus der eigenen Berufspraxis berichtet. Während der erste Band die Jahre von 1954 bis 1974 behandelte (siehe ZPol 1/99: 157 f.), widmet sich dieser einem Zeitraum, der zunächst durch die Hochphase des Terrorismus, am Ende durch die deutsche Wiedervereinigung und die "Neue Weltordnung" geprägt war. Diese beiden Entwicklungen bilden auch den Hintergrund der vorgestellten Strafrechtsfälle, wobei Verfahren im Zusammenhang mit dem Terrorismus am häufigsten nachgezeichnet werden. Hinzu kommen Fälle, bei denen es um die deutsche NS-Vergangenheit (u. a.: Nebenklagevertretung in einem Verfahren wegen des Mordes an Ernst Thälmann sowie Wiederaufnahmeverfahren zur Aufhebung des Urteils gegen Carl von Ossietzky wegen Landesverrats 1931) geht sowie u. a. ein Verfahren gegen die Grünen wegen des Aufrufs zur Fahnenflucht anläßlich des Golfkriegs und die Verteidigung Hans Modrows wegen Wahlfälschung. Hannover zeichnet mit seinen spannend zu lesenden Prozeßgeschichten zugleich kritisch bundesdeutsche Geschichte nach.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.32.352.3132.372.323 Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Heinrich Hannover: Die Republik vor Gericht. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10131-die-republik-vor-gericht_11986, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11986 Rezension drucken
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