Skip to main content
/ 03.06.2013
Klaus Driever

Die Wirtschafts-Europäer. Irland in der EG/EU

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1996 (Nomos Universitätsschriften: Politik 68); 303 S.; brosch., 89,- DM; ISBN 3-7890-4378-8
Politikwiss. Diss. Freiburg i. Br.; Erstgutachter: G. Kühnhardt. - Am Beispiel des Landes Irland, das der Autor als ein typisches EU-Mitgliedsland bezeichnet - "[k]lein, noch immer mit großen wirtschaftlichen Problemen, kein Gründungsmitglied", "Merkmale, die für die Mehrzahl der EU-Mitglieder und für potentielle Beitrittskandidaten aus Osteuropa zumindest teilweise zutreffen" (5) - untersucht Driever die externen, internen und europäischen Bestimmungsfaktoren sowie Inhalte der irischen Europapolitik und beschreibt das europapolitische Profil Irlands. Ergebnis: An der wirtschaftlichen Integration Europas haben die Iren immer voll partizipiert - daher der Begriff "Wirtschaftseuropäer" -, die politische Integration bisher auch mitgetragen und sich im Ministerrat als "geschickte, aber umgängliche Verhandlungspartner" (273) erwiesen. Die politische Integration bereitet solange keine Probleme, wie die Neutralität des Landes nicht berührt wird; sie ist der Maßstab für politische Rückwirkungen: "Ist die (militärische) Neutralität intakt, dann ist Irland politisch souverän und die Integration politisch ungefährlich" (273). Die Bilanz nach knapp 25jähriger EU-Mitgliedschaft: "Irland hat einen festen Platz in Europa (wieder)gefunden", die irische Gesellschaft zeigt heute "in vielen Facetten ein Gefühl europäischer Zugehörigkeit" (278). Inhaltsübersicht: A. Das Thema: Nationale Europapolitik und Europäische Integration: I. Einleitung: Die Fragestellung und ihr Kontext; II. Nationalstaat und Integration: Theoretische Vorüberlegungen zur Relevanz und zu den Bestimmungsfaktoren nationaler Europapolitik; III. Integration, Interessen, Ideen: Versuch einer theoretischen Einordnung der irischen Europapolitik. B. Irische Europapolitik: Profil und Bestimmungsfaktoren: IV. Nachholende Wirtschaftsintegration: Fallen und Fortschritte auf einem langen Weg; V. Angst und Neugier: Irische Neutralität und die politische Dimension der Integration; VI. Die irische Gesellschaft und die Integration: Perzeptionsprobleme und Reaktionen. C. Irische Europapolitik: Die Bestimmungsfaktoren hinter den Bestimmungsfaktoren: VII. Zwischenbilanz: Irische Europapolitik und ihre Bestimmungsfaktoren; VIII. Politisches Entscheidungssystem und politische Kultur: Die Gefahr des erfolgreichen Scheiterns; IX. Geschichte und Selbstperzeption: "We want our country ourselves". D. Irland: Die Wirtschaftseuropäer und ihre Europapolitik: X. Von der Schwierigkeit der Iren, die Chance der Europäischen Integration zu nutzen: Eine vorausschauende Bilanz.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.7 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Klaus Driever: Die Wirtschafts-Europäer. Baden-Baden: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1957-die-wirtschafts-europaeer_2338, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2338 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA