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/ 19.06.2013
Ulrike Marie Meinhof

Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken. Mit einem Nachwort von Klaus Wagenbach

Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 2004; 190 S.; 9,90 €; ISBN 3-8031-2491-3
Der Band enthält mehrere, zumeist sehr kurze Texte, die Ulrike Meinhof zwischen 1959 und 1969 bis auf wenige Ausnahmen in der Zeitschrift „konkret" veröffentlichte. Sie sind zwar zum Teil auf tagespolitische Ereignisse bezogen, aber dennoch auch ohne detaillierte Kenntnisse der jeweiligen Anlässe verständlich, da heute weniger bekannte Ereignisse und Personen im Anschluss an den jeweiligen Text in einem kurzen Glossar erläutert werden. In den Texten spiegelt sich die zunehmend pessimistischer werdende Einschätzung der Autorin hinsichtlich der Veränderungsfähigkeit der deutschen Gesellschaft sowie der weltpolitischen Lage. In den frühen Texten lässt sich durchaus noch Optimismus erkennen, wenn Meinhof beispielsweise 1959 über den Besuch Chruschtschows in den USA schreibt: „Die Wende ist da, der Friede ist zum bestimmenden Faktor politischen Handelns geworden." (12) Später überwiegen dann resignative und pessimistische Töne, wenn sie sich etwa 1968 über den Prozess des vierfachen Kindermörders Jürgen Bartsch äußert: „Jürgen Bartschs Leben ist verpfuscht. Aber die Kriminalität [...] geht weiter, die Verhältnisse bleiben dieselben, die Kindermörder und klavierspielende Gerichtsvorsitzende hervorbringt." (116)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.352.3132.3 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ulrike Marie Meinhof: Die Würde des Menschen ist antastbar. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20877-die-wuerde-des-menschen-ist-antastbar_24343, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24343 Rezension drucken
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