/ 22.06.2013
Diana Pitschel
Europa mit den Regionen. Eine Analyse der Kompetenzbeteiligung von Regionen im europäischen Mehrebenensystem
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2012 (Regieren in Europa 19); 269 S.; brosch., 44,- €; ISBN 978-3-8329-6762-8Politikwiss. Diss. Konstanz; Begutachtung: M. W. Bauer, Chr. Knill. – Welche Präferenzen haben subnationale Verwaltungseliten hinsichtlich der Teilhabe der Regionen an europäischer Politik und wie lassen sich diese erklären? Am Beispiel von zwölf verschiedenen Politikfeldern untersucht die Autorin, welche vertikale Kompetenzallokation für den untersuchten Personenkreis von 347 hohen subnationalen Beamten aus 60 Regionen in fünf Ländern (Frankreich, Deutschland, Spanien, Polen, Ungarn) im europäischen Mehrebenensystem wünschenswert ist. Sie stützt sich auf Telefoninterviews aus dem DFG-Projekt „Governance-Präferenzen im europäischen Mehrebenensystem: Subnationale Exekutiveliten zwischen Sozialisierung und Nutzenmaximierung“ und arbeitet diese quantitativ auf. Aufbauend auf eine Zusammenfassung des Forschungsstandes zum Thema Multi-Level-Governance und subnationale Mobilisierung wird das Modell der Präferenzformation zur europäischen Integration in die drei Erklärungsansätze Opportunität, soziale Identität und Funktionalität gegliedert. Die Autorin gelangt zu dem Fazit, dass die Akteure insbesondere im Bereich Low Politics eine umfangreichere Beteiligung der Regionen als wünschenswert erachten. Deutlich wird, dass die Positionierung der regionalen Spitzenbeamten im Hinblick auf den Umfang der anzustrebenden Regionalbeteiligung im europäischen Mehrebenensystem regional wie national stark variiert. Letzteres deutet darauf hin, dass nicht nur institutionelle Faktoren ausschlaggebend sind, sondern soziale Kontexte. Die Funktionalität einer solchen Beteiligung im Sinne von Effizienz ist dabei für die Akteure wesentlicher als individuelle Opportunitätsüberlegungen, die insbesondere dann eine Rolle spielen, wenn der Effizienzgewinn in einem Bereich durch Dezentralisierung nicht hoch ist. Soziale Identität und Funktionalität sind weit stärkere Variablen im Präferenzbildungsprozess als Opportunität. Das Codebuch, der verwendete Fragebogen und die Korrelationsergebnisse finden sich im Anhang dieser auch theoretisch hochaktuellen und sehr gut lesbaren Arbeit.
Claudia Schäfer (CLS)
M. A., Doktorandin, Universität Freiburg.
Rubrizierung: 3.4 | 3.5
Empfohlene Zitierweise: Claudia Schäfer, Rezension zu: Diana Pitschel: Europa mit den Regionen. Baden-Baden: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34862-europa-mit-den-regionen_41908, veröffentlicht am 15.03.2012.
Buch-Nr.: 41908
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M. A., Doktorandin, Universität Freiburg.
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